Ist die Digitalisierungsangst übertrieben?

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Ist die Digitalisierungsangst übertrieben?

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Nahezu die Hälfte aller Arbeitsplätze soll durch die Digitalisierung laut einer viel zitierten Studie von A.T. Kearney wegfallen. Vorsichtigere Ergebnisse liegen jedoch deutlich unter dieser Quote. Digitalisierung ist in aller Munde und wird immer mehr zum Schreckgespenst.

Ein Kommentar von Herbert Samhaber

Man sollte solche Schätzungen kritisch hinterfragen und nicht vergessen, dass Digitalisierung so manchen Job erst möglich macht und auch in Zukunft neue Jobs und Möglichkeiten schaffen wird. Dabei möchte ich jedoch auch bewusst einen Kontrapunkt zu Glorifizierung der Digitalisierung setzten.

Medien arbeiten oft mit den falschen Zahlen

Zunächst zu den Studien und Zahlen: Wie viele Leute wurden befragt? Welche Leute wurden befragt? Wie wurde die Auswahl getroffen? Sind alle Branchen repräsentativ dabei? Können die Befragten als objektiv und ausreichend informiert eingestuft werden? Werden solche Fragen in Artikeln, die sich auf diese Zahlen beziehen nicht beantwortet, darf man die Aussagekraft der Artikel nicht für bare Münze nehmen, solange die Hintergründe im Dunklen liegen. Medien können auf diese Weise manipulieren ohne die Unwahrheit zu verbreiten. Sie schaffen einfach Fakten, die nicht erklärt werden und somit zwar objektiv richtig sein mögen, aber so wahrgenommen werden, wie sich der Autor das vorstellt. Darum lade ich Sie ein, Nachrichtenbeiträge in Printmedien, Internet und Fernsehen, die mit Statistiken und Zahlen arbeiten einmal kritisch zu beäugen.

Persönlicher Kontakt als menschliches Alleinstellungsmerkmal

Mit ein und denselben Zahlen kann man durch unterschiedlichen Einsatz von Relationen verschiedene Wirkungen beim Leser erzeugen. Was würden Sie sagen, wenn jemand schreibt, dass die Nutzung der Technologie X letztes Jahr um 100% gestiegen ist? Das klingt nach viel. Wenn dahinter steckt, dass statt 0,01% der Bevölkerung nun 0,02% der Bevölkerung die Technologie X nutzen, relativiert  sich das Ganze, denn dann entspricht die Steigerung bei einem Land mit 10 Millionen Einwohnern 1.000 Nutzern. Zurück zur Digitalisierung selbst: Schon aktuell erleben wir das in unserem Alltag in Form der Einführung von immer mehr virtuellen Services. Auf der einen Seite sehen wir uns mit elektronischen Terminals (Self-Check-Out-Kassen, Bestellkonsolen, Bankautomaten, Fahrkartenautomaten uvm.), auf der anderen Seite mit Online-Diensten via Computer oder Smartphone konfrontiert. Ich gehe davon aus, dass die Digitalisierung Grenzen haben wird. Es könnte zu einer Gegenbewegung oder zumindest Verlangsamung kommen. Manche von uns wollen nicht in jedem Bereich von einer Maschine bedient werden, sondern wissen den persönlichen Kontakt zu schätzen. Es wird mehr und mehr Dienstleister geben, die mit PERSÖNLICH statt DIGITAL punkten können und müssen.

Anforderung an die Ausbildungsqualität

Für Arbeitnehmer und Unternehmer bringt die Digitalisierung eine zunehmende Bedeutung der Ausbildungsqualität und Positionierung. Innovation und Expertise sind gefragt. Österreich muss in qualitativ hochwertige Ausbildungen, sowie in Forschung und Entwicklung investieren. Es wird durch Digitalisierung eine neue ungewohnte Dimension in der Arbeitswelt geschaffen. In vielen Bereichen wird das Credo gelten, wenn es nicht schon jetzt gilt: „Der Konkurrent um den Arbeitsplatz ist nicht der ehemalige Schulkollege, sondern sitzt irgendwo auf der Welt.“

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