Jäger warnen vor Wildschweinen und Afrikanischer Schweinepest

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Ausufernde Nutzung von Naturraum belastet Habitate

Jäger warnen vor Wildschweinen und Afrikanischer Schweinepest

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Die ausufernde Naturraumnutzung, die steigende Population von Wildschweinen im Nationalpark Kalkalpen wie auch die drohende Afrikanische Schweinepest bereiten dem Oberösterreichischen Landesjagdverband zunehmend Sorgen. Zudem ist auch das Rebhuhn vom Aussterben bedroht.

Von Kurt Guggenbichler

Das sind alles keine guten Nachrichten, weshalb Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner zumindest bei der ungestümen Wildschweinvermehrung im Schutzgebiet auf eine Lösung drängt.
Es sei nämlich unverständlich, warum im 21.000 Hektar großen Nationalpark nur Reh-, Rot- und Gamswild bejagt werden dürfen und nicht auch das Schwarzwild, betont der Landesjägermeister, der schon von einem „Wildschweinparadies” spricht. Für die angrenzende Landwirtschaft habe dieses Wildschweinparadies jedoch verheerende Folgen. Der Schaden sei schon jetzt ziemlich groß.

Ruhezone für Tiere

Nicht zuletzt würde durch den ungehemmten Wildschweinwuchs auch die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erschwert. Noch sei diese nicht in Oberösterreich angekommen, aber dies sei wohl nur noch eine Frage der Zeit, glaubt Sieghartsleitner. „Es braucht nur ein Fernfahrer den Rest einer infizierten Wurstsemmel aus dem Fenster zu werfen und schon ist es passiert.“ Denn dieses Schweinepest-Virus ist ziemlich widerstandsfähig und kann Wochen bis Monate in Fleischwaren und Schlachtabfällen überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre, wissen Experten. „Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende Seuche, die Haus-und Wildschweine befällt, aber keine anderen Tiere und die auch für den Menschen keine Gesundheitsgefährdung darstellt”, erklärte der Landesjägermeister. Nachdrücklich jedoch plädiert er für eine Änderung der Abschussregeln im Nationalpark.
Das zweite große Anliegen seines Verbandes ist die Regelung einer vernünftigen und ökologisch sinnvollen Naturraumverwendung. Die Natur vermehre sich nämlich nicht, aber die Nutzer, sagt Sieghartsleitner.

Gefährdetes Rebhuhn

Ohne eine Verordnung von Ruhezonen für die Wildtiere wird es nicht gehen, sind die Grünröcke überzeugt. Benötigt würden diese Ruhezonen vor allem für das Rot- und Gamswild, aber auch für die Schneehasen, die aufgrund des schlechten Klimas wie auch durch die stetig steigende Zahl an Freizeit-Jüngern ziemlich unter Stress geraten sind.
Eine Gams würde heute durchschnittlich drei bis vier Kilo weniger auf die Waage bringen als früher, was eine Folge der Beeinträchtigung ihres Habitats ist. Hervorgerufen wird diese Gewichtsreduktion vor allem durch Stress, den ihre suboptimalen Lebensräume verursachen, was im Extremfall zum Verschwinden der Population führen könne.
Dies droht auch dem Rebhuhn, das man früher noch auf jedem Feld fand. Doch ausgeräumte Agrarflächen ohne Schutz und Deckung mit mangelndem Nahrungsangebot sowie der großflächige Einsatz von Agrochemikalien haben deren Lebensraum weitgehend zerstört.
„Diese Wildart stirbt uns allmählich unter den Händen weg“, stellt der Wildbiologe Christopher Böck unmissverständlich fest und fragt in die Runde: „Wer kennt noch den Ruf des Rebhuhns?“ Bei diesem Bioindikator, sagt er, „haben wir noch große Aufgaben vor uns.“

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