Jüdische Zeitung: Regierung mit FPÖ könnte Israel-Beziehungen verbessern

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„Zeiten haben sich geändert“

Jüdische Zeitung: Regierung mit FPÖ könnte Israel-Beziehungen verbessern

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Sollte die FPÖ nach der Wahl am Sonntag in die Regierung kommen, könnte das die österreich-israelischen Beziehungen sehr verbessern – vorausgesetzt Jerusalem beendet seinen Boykott gegen die FPÖ, schreibt die renommierte “Times of Israel”.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Es gebe sogar einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die österreichische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt wird.

Strache wolle sich dafür mit aller Kraft einsetzten – das habe er dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud-Partei, rechts-national-liberale Bewegung) in einem Schreiben vom Juni versichert.

Knesset-Abgeordneter: FPÖ zu Recht über radikalen Islam besorgt

Die Times berichtet auch über Straches Israel-Besuch im Vorjahr auf Einladung der Likud-Partei. Dabei traf er u.a. den Abgeordneten zur Knesset Yehudah Glick, der seit längerem ein Ende des Boykotts der FPÖ fordert.

„Wir müssen jeden Rassismus und Antisemitismus bekämpfen. Wir sollten aber auf jeden Fall auch jemanden unterstützen, der auch Israel unterstützen will“, sagte Glick gegenüber der Times.

strache israel netanjahu
Dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll Strache die Verlegung der österreichischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem versprochen haben.

Gute Beziehungen zu Israel

„Während Israel darauf achten müsse, nicht Anti-Islam zu sein, ist die FPÖ zu Recht besorgt über den wachsenden radikalen Islam“, fügte er hinzu. Auch Ex-Knesset-Abgeordneter, Michael Kleiner, spricht sich laut Times für ein Ende des Israel-Boykotts gegenüber der FPÖ aus.

Strache sei ein Freund Israels, sagte er. Zudem sei der Wiener Gemeinderat David Lasar – ein prominentes Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde – Mitglied der FPÖ.

Politikwissenschafter: Strache-Ausgrenzung scheinheilig

Die Times zitiert auch den Politikwissenschafter Cas Mudde. Dieser sieht die Annäherung der Likud an die FPÖ zwar sehr kritisch. Zur Ausgrenzung der FPÖ seitens Israel sagt er, die Zeiten hätten sich geändert.

strache israel
Das Westjordanland (hier: Betlehem) gilt als Zankapfel zwischen Israelis und Palästinensern.

Wenn Israel Beziehungen zu Donald Trump habe, den ungarischen Viktor Orban verteidige – würde man es als scheinheilig erachten, Strache auszugrenzen.

Denn Straches Haltung zum israelisch-palästinensischen Konflikt sei ähnlich wie jene von Likud und den jüdischen Heimatparteien – etwa der “Zionistischen Union”.

Strache unterstützt Siedlungsbau

Strache unterstütze ja auch das Recht Israels zum Siedlungsbau im Westjordanland und wolle die Botschaft nach Jerusalem verlegen.

In einem ausführlichen Bericht geht die Times auch auf die Entwicklung der FPÖ unter Haider und später Strache ein, auf die schwarz-blaue Koalition 1999, die darauf folgenden EU Sanktionen, die kontroversielle Einschätzung der FPÖ in israelischen Regierungskreisen und nicht zuletzt auf die Schmutzkübelkampagne von Tal Silberstein, Ex-Berater von Bundeskanzler Christian Kern.

Botschafter nicht besorgt

Abschließend wird auch der österreichische Botschafter, Martin Weiss, zitiert. Dieser sei – trotz der großen Aufregung vor der Wahl am Sonntag – nicht allzu besorgt über die künftigen Beziehungen zwischen Israel und Österreich, heißt es.

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