Katholischer Protest: Pfarrer Wagner will Grenzen

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Katholischer Protest: Pfarrer Wagner will Grenzen

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Die offizielle Linie der katholischen Kirche kennt keine Kritik an den aktuellen Asyl-Zuständen und sieht in der islamischen Einwanderung keine Gefahren. So lobt Kardinal Schönborn die deutsche Kanzlerin Angela Merkel als mutige und tapfere Frau, weil sie die ganze Welt nach Europa eingeladen hat. Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl fordert die Christen auf, die „Komfortzone zu verlassen“ und nennt Grenzen „gefährlich“. Im Salzburger Dom werden die Osterkerzen mit Stacheldraht umwickelt, um gegen die Grenzschließung zu protestierten. Auch werden die Kirchenglocken als Protest geläutet. Doch nicht alle Kirchenvertreter begrüßen diese Linie. Manche stellen sich sogar offen quer.

Der Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner (61), gilt in der Katholischen Kirche als unbequemer Konservativer. 2009 verweigerten ihm Kirchenfunktionäre die Ernennung zum Weihbischof seiner Heimatstadt Linz. Der „Wochenblick“ hat mit ihm über die aktuelle Masseneinwanderung und mögliche Gefahren gesprochen.

Nur wenige Tage nach den islamischen Terroranschlägen von Brüssel erhielt die katholische Kirche in Haid-Ansfelden eine Bombendrohung. Zuvor wurde sie mit Sprüchen wie „Wir töten alle Christenschweine“ beschmiert. Wie geht es Ihnen dabei als Pfarrer?

Es ist schon sehr beängstigend, weil das ja ein kleiner Ausschnitt einer Entwicklung ist, die wir in Europa in letzter Zeit jetzt mehr und mehr feststellen. Es nähert sich ein massiver Konflikt, der für Europa bedrohlich und gefährlich ist. Und in dem Augenblick, in dem wir auch betroffen sind, sind wir noch mehr aufgeschreckt! Denn sonst passiert mal in Paris etwas, in Brüssel etwas und anderswo. Doch die Drohung in Haid-Ansfelden zeigt uns, dass diese Drohungen nicht an uns vorbeigehen. Und das ist schon sehr beängstigend – ich stelle vor allem auch bei den Leuten fest, dass viele auch Angst haben und
sich in ihrem Leben bedroht fühlen.

Viele Kritiker warnen vor einer Islamisierung Europas – die Folgen sind allerorten sichtbar. Die Menschen, die kommen haben einen festen, oft einen radikalen Glauben. Ist der Appell der Katholischen Kirche an grenzenlose Toleranz da die richtige Antwort?

Das sehe ich ganz anders. Zum einen müssen wir uns schon mit der Realität auseinandersetzen – und das ist weitgehend ein gottloses Europa! Das heißt, Gott kommt im Leben vieler Menschen heute nicht mehr vor. Darum betone ich immer wieder, das Problem ist ein Islam, der nach Europa kommt und der einfach gefährlich ist. Aber das grundlegende Problem sind unsere leeren Kirchen. Der katholische Glaube befindet sich auf dem Rückzug. Gleichzeitig fordert die Kirche Grenzenlosigkeit – diese Auffassung teile ich aber nicht! Der Mensch braucht Grenzen, ein Land braucht Grenzen und wir brauchen eine Identität. Ich sehe mich da natürlich auch im Widerspruch zur offiziellen Kirche. Es haben mich auch verschiedene Wortmeldungen gestört, die in diese Richtung laufen. Ich weiß nicht, was diese Menschen denken… Die offizielle Position der Kirche ignoriert, dass massive Spannungen auf uns zukommen.

Bedeutet die christliche Nächstenliebe überhaupt, dass wir verpflichtet sind die ganze Welt aufzunehmen?

Christliche Nächstenliebe ist zunächst schon etwas Universales. Diese kann nicht auf etwas oder jemanden begrenzt sein, das ist rein philosophisch schon nicht möglich. Denn ich kann nicht lieben und im Grunde alle anderen ausschließen. Die Frage ist nur, wie drücke ich diese Liebe aus! Ich würde genau differenzieren und sagen, wir müssen die Gefahr des Islams für Europa ganz klar ins Auge fassen. Die Kirche muss deshalb in Zukunft mutiger sein. Auf der anderen Seite müssen wir dem, der da ist, helfen, wenn er zum Beispiel aus religiösen oder ethnischen Gründen verfolgt wird. Das ist für mich auch überhaupt keine Frage! Unsere Ministranten gehen Ratschen für die verfolgten Christen im Irak und in Syrien.

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