Letzte Ruhestätte für Automobile

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Letzte Ruhestätte für Automobile

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Eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Franz Augustin verstorben ist. Auf seinem Schrottplatz im Westen von Wels ist sein Nachlass immer noch unberührt. Heute seltene Autokarossen türmen sich auf, Achsteile, Fenster, Türen in Reih und Glied warten auf Käufer. Aber vermutlich vergeblich.

Ein Bericht von Georg M. Hofbauer

Zu Lebzeiten des leidenschaftlichen Sammlers kamen Interessenten nahezu aus der ganzen Welt, um den Ort zu besuchen. Und um seltene Teile für ihren Oldtimer zu finden.

Wels: Nach dem Tod von Franz Augustin ist es still geworden in seinem Imperium…

Schrottplätze haben offensichtlich eine Anziehungskraft, Fernsehserien wurden rund um derartige Plätze gedreht, wie „Die Ludolfs“. Heidemarie Augustin, die Witwe nach ihrem verstorbenen Ehemann Franz, ist froh, dass es inzwischen sehr ruhig um die frühere Pilgerstätte der Szene geworden ist. Ganz allein versucht sie bei unserem Lokalaugenschein rund um die Hallen für ein wenig Ordnung zu sorgen.

„Ich bin dabei Kunststoff, Metall, Gummi zu trennen“, erklärt die Seniorin und ergänzt: „Was hier in 60 Jahren zusammengetragen wurde, läßt sich nicht in kurzer Zeit auflösen.“

Ein Blick in eine der Hallen

Es wird noch sehr lange alles so bleiben, wie es ist, deutet sie an: Die im Außenbereich abgestellten historischen Fahrzeuge werden täglich mehr vom Rost und der Natur in ihre Einzelteile aufgelöst. Was mit den tausenden, ja abertausenden Bestandteilen, passieren wird, darüber spricht Heidemarie Augustin nicht gern.

Wörter, wie verkaufen, auflösen, überhört sie eher und gestattet dem hartnäckigen Besucher und Gesprächspartner schließlich einen Blick in eine der Hallen.
Chromteile aus den Sechzigern finden sich hier: Fein säuberlich und übersichtlich gestapelt, für die Teile könnte sich möglicherweise manches Auktionshaus interessieren. Auch wenn der ganz große Run auf das Garagengold, also für die Autos von Gestern, den Höhepunkt überschritten zu haben scheint.

Ein Schrottplatz mit Geschichte

Ein Steyr Fiat 600 in Blau, mit seitlichen Schiebefenstern, ein Tempo-Pritschenwagen in Grün. Heidemarie Augustin kann über jedes Exemplar etwas erzählen: „Dieser Tempo stand bei einer Oper im Landestestheater auf der Bühne, er wurde damals hergeborgt“.

Und zum schwarzen Opel Kapitän mit Sechszylindermotor aus den frühen Fünfzigern sagt sie nur: „Das war unser Auto, mit dem sind wir gefahren, bis er von meinem Mann hier abgestellt wurde“. Anderen Quellen zufolge war der Kapitän einst der imposante Hochzeitswagen des Ehepaares. Aber darüber schweigt Heidemarie Augustin heute lieber…

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