Über 3 Milliarden: Schuldenuhr tickt weiter

Über 3 Milliarden: Schuldenuhr tickt weiter

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Über drei Milliarden Euro zeigt die Linzer Schulden­uhr bereits an – und sie tickt weiter. Kürzlich beriet der Linzer Stadtsenat über Einsparungen. Herausgekommen ist kaum Zählbares, dabei gäbe es jede Menge Ansatzpunkte zu richtigem Sparen.

Wollen sich Linz und Oberösterreich etwa weiter eine solche Vielzahl an Schauspielhäusern leisten? Statt nach der Eröffnung des Neuen Musiktheaters etwa eines der Häuser auf der Promenade zuzusperren, werden diese um Millionen saniert und ausgebaut. Dazu noch die vielen kleinen Bühnen, die teilweise mit extremen Förderungen am Leben erhalten werden.

50 Besucher pro Tag im Nordico

Und was ist mit den Museen, die teilweise erschütternd niedrige Besucherzahlen aufweisen? Im Stadtmuseum Nordico zählte man im Vorjahr 17.284 Besucher, das entspricht etwa 50 pro Öffnungstag – und da sind bereits alle Schulklassen mitgezählt. Und was ist den vielen Volkshäusern? Braucht es 14 derartiger Einrichtungen heuzutage wirklich noch?

Auch das Thema Eingemeindungen muss endlich offensiv angegangen werden. Welchen Sinn hat es, dass de facto zusammengewachsene Städte wie Linz, Leonding, Pasching, Traun, Haid, Ansfelden oder Steyregg alle eigene Rathäuser und Gemeindeämter betreiben? Das Gemeindeamt von Puchenau bei Linz (4.420 Einwohner) liegt nur 3.100 Meter Luftlinie vom Linzer Rathaus entfernt. Braucht man hier zwei Administrationen – oder ginge das auch effizienter und einfacher?

Eingemeindungen nötig?

Muss Linz unbedingt selber ein Stadion und eine große Sporthalle besitzen – oder kann ein privater Betreiber so eine Einrichtung nicht viel besser vermarkten und führen? Auch die Kosten für Mega-Events wie Pflasterspektakel (270.000 Euro), Linz Marathon (208.000 Euro) oder LINZFEST (222.000 Euro) müssen kritisch beleuchtet werden. Diese Veranstaltungen müssten sich eigentlich längst durch private Sponsoren finanzieren, so sie es nicht schon tun.

Die bisherigen Sparvorschläge des Stadtsenats gleichen der Herangehensweise mit einer Papierschere an einer Stelle, an der man schon lange mit der Motorsäge ran müsste. Den Ernst der Lage hat man ganz offensichtlich noch nicht erkannt.

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