“Margin Call”: Chef-Ökonom erklärt Wien Energie Börsen-Spekulation

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"long" und "short" erklärt

“Margin Call”: Chef-Ökonom erklärt Wien Energie Börsen-Spekulation

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Wien Energie-Skandal: Viel war vom “long” gehen und vom “shorten” an der Börse die Rede, von “Futures” und von “Margin Calls”. Für Laien kaum verständlich. Wochenblick sprach mit dem Chef-Ökonom der Goldvorsorge Thomas Bachheimer. Er kennt sich mit dem Börsenhandel aus.

Zwischenzeitlich war von Milliarden, die wir alle für den SPÖ-besetzten Wiener Konzern bezahlen sollten die Rede. Beim “Runden Tisch” im Staatsfernsehen machte man uns dann wieder Glauben, dass eh alles in Ordnung sei. Der Wirtschafts- und Börsenkenner Bachheimer von bachheimer.com glaubt das nicht. Er rekonstruierte den Fall anhand der öffentlich bekannten Anhaltspunkte.

Thomas Bachheimer im Gespräch mit Wochenblick-Chefredakteurin Bernadette Conrads:

20 Jahre lang war Bachheimer selber an der Börse aktiv. Er erklärt gegenüber Wochenblick: Schon im August des Vorjahres stieg der Strompreis stark an, weil sich Börsenteilnehmer auf schwierige Zeiten vorbereitet hätten. Anhand der bisher bekannten Indizienkette mache es den Anschein, dass Wien Energie dann bereits gegen Jahresende “short” gewesen sei, meint Bachheimer.

“Long”: Normaler Verkauf

Werde auf “long” gehandelt oder spekuliert, so handle es sich um das, das auch der Laie unter klassischem Handel versteht:

Man kauft etwa eine Unze Gold um 1800 Euro, erklärt Bachheimer und verkauft sie um 1900 Euro: Macht 100 Euro Gewinn.

“Short”: Man verkauft etwas, das man gar nicht hat

Werde aber auf “short” gehandelt, werde das Geschäft umgekehrt eingegangen: Man verkauft etwas an der Börse, das man gar nicht hat. Dafür muss man eine “Initial Margin”-Leistung erbringen, um das Geschäft für die Börsenteilnehmer abzusichern.

Wien-Energie: “Margin Call”

Zurück zur Wien Energie: Der eilig einberufene Energie-Gipfel vergangenen Sonntag habe dann zutage gefördert, dass ein sogenannter “Margin Call” an die Wien Energie gestellt wurde. Einen solchen tätigt die Börse, wenn die zuvor erbrachten “Initial Margins” aufgebraucht seien und nicht mehr ausreichten. Daraus lässt sich also schließen, dass Wien Energie Handelsgeschäfte auf der Börse eingegangen sein muss über Energie-Produkte, die sie gar nicht hatte.

1,4 Mrd. Euro aus Wien – dann folgten Forderungen an Bund

Nachdem sowohl Wien Energie als auch die Stadt Wien diese Leistungen nicht mehr erbringen konnten, trat man dann also an den Bund heran.

Wie im Laufe der Woche bekannt wurde, soll die Stadt Wien zuvor bereits 1,4 Milliarden Euro an die Wien Energie für solche “Margin Calls” bereitgestellt haben. Genau genommen – und das regt sowohl den Koalitionspartner (NEOS) als auch die Opposition auf, soll Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), diese per Notverordnung im Alleingang in zwei Etappen von je 700 Mio. Euro vergeben haben.

Wien Energie hätte aus Vertrag aussteigen können

Das schockierende an dem Geschäftsgebaren sei, dass Wien Energie aus dem “Short”-Vertrag nicht ausgestiegen sei. Bachheimer erklärt, dass dies jederzeit möglich sei. Stattdessen ließ man die Ukraine-Krise sowie die Russland-Sanktionen einziehen, die die Energie-Krise für Jedermann absehbar machte.

Schuldige zur Verantwortung ziehen

Bachheimer kritisiert das Geschäftsgebaren und die Verantwortungslosigkeit der Politik. SPÖ-Bürgermeister Ludwig hätte längst einschreiten müssen und die Verantwortlichen bei der Wien Energie müssten zur Verantwortung gezogen werden. Der verheerende Deal hätte durch fähigere Personen repariert gehört. Vor allem seitens der SPÖ verurteile man stets den Börsen-Handel. Gleichzeitig sei es vor allem die SPÖ, die – sei es im SWAP-Skandal oder in der BAWAG-Affäre – stets auf Kosten der Steuerzahler an der Börse in gigantische Schwierigkeiten gerate.

Schlechte Verlierer?- Nach Niederlagen stets Anti-Börsen-Stimmung

Der Chef-Ökonom der Goldvorsorge, der liberale Ansichten vertritt, mutmaßt, dass die SPÖ nach derartigen Niederlagen eine Frustration über die Börse an sich entwickle. Diese wiederum motiviere sie zum Widerstand gegen den Börsen-Handel an sich. Doch diese mögliche Einsicht halte nicht lange und so würde sich dieses Gebaren wiederholen, analysiert Thomas Bachheimer.

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