Gibt es Wachstum ohne Inflation?

Gibt es Wachstum ohne Inflation?

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Inflation bedeutet Reduktion der Kaufkraft. Die österreichische Inflation ist mit nahe 2 Prozent im von der europäischen Zentralbank angestrebten Bereich. Anlageformen, wie das Sparbuch bieten abzüglich Steuer aktuell nicht die Möglichkeit die Kaufkraft zu erhalten. Dieses Thema habe ich bereits in mehreren Beiträgen behandelt. Daher möchte ich mich diesmal dem Aspekt widmen, dass Österreich und andere Länder eine höhere Inflation bräuchten, um sich entschulden zu können.

Ein Beitrag von Dr. Herbert Samhaber

Dabei werde ich auch der Frage nachgehen, warum die Inflation (noch) auf einem relativ niedrigen Niveau verharrt, speziell wenn man den Euroraum als Ganzes betrachtet.

Trotz der guten Konjunkturentwicklung blieb ein Anstieg der Inflation bis dato aus. Im Euroraum insgesamt fiel die Inflation von einem Zwischenhoch im Bereich von 2 Prozent wieder deutlich auf zuletzt 1,3 Prozent laut Zahlen des Monats Juli und das obwohl sich die Konjunktur positiv entwickelt hat. In der Theorie führt ein Konjunkturanstieg zu Wachstum und dieses wiederum zu mehr Nachfrage nach Arbeitskräften.

Theorie und Realität klaffen auseinander

Dadurch steigen die Löhne gemäß dem Grundsatz von Angebot und Nachfrage. Die höheren Löhne tragen zu einem Anstieg der Inflation bei. Soweit lautet die wissenschaftliche Theorie. Doch seit nun schon einigen Jahren klaffen Theorie und Realität in diesem Bereich auseinander. Noch eklatanter als in Europa zeigt sich das in den USA, wo die Konjunktur in den letzten Jahren deutlich besser gelaufen ist als bei uns.

Es gibt mehrere Faktoren, die man für die vermeintlich zu geringe Inflation verantwortlich machen kann. Gewichtige Faktoren sind der technologische Fortschritt und die Globalisierung. Wenn Roboter und Computer die erforderliche Zahl menschlicher Arbeiter reduzieren und gleichzeitig die Kapazität erhöhen, entsteht weniger Lohndruck.

Maschinen und Billiglohnländer

Maschinen arbeiten bekanntlich ohne kollektivvertraglichen Lohn. Digitale Produkte und Dienstleistungen sind zudem teilweise ohne oder mit sehr geringen Zusatzkosten vervielfältigbar, wie sich am Beispiel eines E-Books zeigt. Wachstum verursacht daher in vielen Bereichen kaum Mehrkosten, die zu einer Inflationserhöhung beitragen.

Die Verlagerung von arbeitsintensiven Tätigkeiten in Billiglohnländer senkt den Lohndruck in den „westlichen“ Ländern. Offene Märkte tragen zudem dazu bei, dass man gerade temporär benötigte Zusatzkapazitäten weltweit zukaufen kann. Zeitarbeit und Teilzeitbeschäftigung schwächen zudem die Verhandlungsmacht der einheimischen Arbeitnehmer.

Ein Blick über den Tellerrand

Die Staaten brauchen aber Inflation um sich zu entschulden. Inflation bedeutet nicht nur, dass unser Geld weniger wert wird. Auch Schulden werden weniger wert und liegen dem Staatshaushalt somit weniger schwer auf der Tasche. Man sollte die Wirkung von expansiver Geldpolitik und anziehender Konjunktur jedoch nicht unterschätzen.

Die Inflation könnte uns mit zeitlicher Verzögerung treffen. Das würde den Staatshaushalten helfen und den Sparern noch mehr wehtun als die bereits laufende Entwertung von Sparguthaben. Es bleibt nicht aus bei Investitionen über den Tellerrand zu blicken…

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