Steigende Inflation verschärft Niedrigzinsfalle

Werbung

Steigende Inflation verschärft Niedrigzinsfalle

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Die Inflation ist in Österreich und zahlreichen Euroländern zu Beginn des neuen Jahres drastisch gestiegen. Im Jänner betrug die Teuerungsrate gemäß harmonisiertem Verbraucherpreisindex HVPI in Österreich über 2 Prozent.

Ein Kommentar von Dr. Herbert Samhaber

Das entspricht dem höchsten Niveau seit langem. Im Schnitt liegt die Inflation in den Euroländern knapp unter 2 Prozent, einzelne Staaten liegen jedoch auch deutlich über diesem Level. Das entspricht somit im Durchschnitt dem Inflationsziel der europäischen Zentralbank EZB, das als „unter, aber nahe bei zwei Prozent pro Jahr“ definiert wurde.
So weit, so gut, könnte man meinen, wenn man nur die Inflation alleine betrachtet. Wird das Niveau der Sparzinsen in die Betrachtung miteinbezogen, sieht man die eklatante Schieflage des Systems. Das Inflationsziel wurde zu einer Zeit festgelegt, als für Sparguthaben noch Zinsen über diesem Inflationsziel gezahlt wurden. Heute bekommt man bei konservativen Anlagen – wie dem Sparbuch – Sparzinsen, die  im Regelfall unter einem Prozent liegen, selbst wenn das Geld für ein Jahr oder mehr gebunden wird. Zieht man von diesen geringen Zinsen auch noch die Kapitalertragsteuer und die Inflation ab, bleibt entweder nichts übrig – oder es ergibt sich sogar ein Wert unter Null.

Geld am Sparbuch verliert an Wert

Das Geld auf dem Sparbuch wird somit immer weniger wert. Vereinfacht dargestellt sind Zinsen der „Lohn“ für den Verzicht vorhandenes Geld zu konsumieren. Dieser hat in der heutigen Situation einen negativen Wert. Aktuell kommt es uns teurer, Geld auf dem Sparbuch zu behalten als Geld auszugeben. Gerade Österreich galt und gilt immer noch als Nation der Sparer – Sparen wurde wertgeschätzt und hochgehalten. In der nun schon mehrere Jahre andauernden Situation werden Sparer quasi bestraft. Dabei ist sparen immer wichtig. Neben der staatlichen Pension ist es sinnvoll eine private Säule aufzubauen. Die meisten staatlichen Pensionen liegen klar unter dem Niveau des letzten Netto-Arbeitseinkommens. Um die sogenannte Pensionslücke zu schließen, ist es sinnvoll vorzusorgen. Da es in unserem Pensionssystem immer weniger Einzahler und immer mehr Pensionsbezieher gibt, sollte man sich nicht auf Vater Staat alleine verlassen.

Offen für andere Investitionsformen sein

Das Niedrigzinsniveau bereitet nicht nur den Sparern sondern auch den Versicherungen Bauchschmerzen, da diese große Teile ihrer Deckungsstöcke konservativ veranlagen müssen. Es gibt jedoch weder durch Sparguthaben noch durch neu emittierte Staatsanleihen mit hoher Bonität die Chance, die Inflation zu schlagen bzw. nach Kosten einen Gewinn zu erzielen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als offen für andere Investitionsformen zu sein. Sparen in Form von Einmalanlagen und Sparplänen in Wertpapieren wie z. B. Investmentfonds oder Verwaltungslösungen sind außerhalb von Österreich üblicher als hierzulande. Man sollte die Situation zum Anlass nehmen, sich seine Vorsorge anzusehen und überlegen, ob diese für die gegenwärtige Marktsituation noch tauglich ist. Zumindest eine Beimischung von Invest­mentfonds kann je nach persönlicher finanzieller Situation Sinn haben. Den Kopf in den Sand zu stecken und auf Besserung zu hoffen, wird wohl zu wenig sein um der schleichenden Entwertung des Ersparten entgegen zu wirken.

+++
Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!

Steigende Inflation verschärft Niedrigzinsfalle TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 8 Stunden, 39 Minuten
vor 15 Stunden, 39 Minuten