Ungerechtigkeit macht ihn echt wütend

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Zu Besuch bei Peter Janisch

Ungerechtigkeit macht ihn echt wütend

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„Das Cover ist schon fertig, jetzt fange ich an, die Geschichten zu schreiben“, sagt der Bad Ischler Publizist Peter Janisch (75), der nun an seinem dritten Buch über die „Schwarzjagd“ arbeitet. Die Themen stehen bereits fest.

Eine Heimatreportage von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Spätestens Ende des nächsten Jahres soll das neue Werk mit den bislang noch unbekannten Geschichten über die Wilderer und die Wilderei in unserem Land zu haben sein. Das neue Buch des gebürtigen Linzers dürfte wohl ähnlich großes Interesse finden wie seine bereits veröffentlichten Bände.

Der Rebell aus Bad Ischl schreibt sein drittes Wilderer-Buch

Schüsse zerreißen die Stille der Berge, vermummte Gestalten pirschen im Zwielicht, stets auf der Hut vor Jägern und Forstorganen. Es kommt zu Zusammenstößen, Kämpfen, Totschlag und – Mord“. So dramatisch skizziert Peter Janisch die Thematik seines zweiten Buches mit dem Titel „Wer schneller schießt, darf länger leben“ und nicht sehr viel anders wird es in seinem neuen Band „Leg ab, du Lump“ zugehen.

Denn die Gesetzlosigkeit der Wilderer hat Tradition. Nicht nur weil es „die Lust und Sünde der Älpler“ sei wie einst schon Peter Rosegger konstatierte, sondern auch Ausdruck der bäuerlichen Rebellion wie der Soziologe und Kulturanthropologe Roland Girtler betont.

Wilderer wehrten sich gegen die Jagdherren

Er bezieht sich dabei auf jene Zeit als der Adel seine Jagden noch auf Kosten der Bauern veranstaltete, die unter dem angerichteten Wild- und Jagdschaden zu leiden hatten.
Vor diesem Hintergrund seien auch jene Bauernburschen zu verstehen, die zu Wilderern wurden und sich so gegen die Erniedrigung durch die Jagdherren wehrten.

Dieser Ausdruck der Rebellion verhalf ihnen nicht nur bei Bauern, Sennerinnen und Dorfschönheiten zu hohem Ansehen, sondern auch beim „braven Bürger“, für die die Wilderer Helden waren wie Girtler erläutert.

Die Wilderei war geboren

Was fasziniert nun Peter Janisch, der selbst kein Jäger ist, am Wilderer-Mythos und an dem meist sehr spannenden und nicht immer gut endenden Leben der Wildschützen? „Der soziale Hintergrund“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, „und der Widerstandsgeist dieser Leute, hervorgerufen durch Ungerechtigkeiten, die auch ich nicht ausstehen mag.“ Denn bei der Wilderei sei es stets um mehr gegangen als nur allein ums Anlegen und ums Schießen.

Als nämlich die adeligen Herrschaften das Jagen zu ihrem Zeitvertreib machten, haben sie dem kleinen Landbesitzer und allen anderen das Jagen verboten. Die Bevölkerung hat dies natürlich als ungerecht empfunden. Zum einen, weil die Leute auf dem Standpunkt standen, Wild und Natur sei gottgegeben und von daher für alle da, zum anderen aber auch, weil sie arm waren und tatsächlich von dem Leben mussten, was sie im Wald an Fleisch erjagen konnten. Also mussten sie das Verbot der Grundbesitzer gezwungenermaßen negieren und dies hat im Laufe der Zeit zu den Auseinandersetzungen mit den offiziellen Jägern und Jagdherren geführt. Die Wilderei war geboren.

Befreiungsschlag

Der ehemalige Linzer „Kronen Zeitung“-Redakteur, „Nacht-Bote“- und „Salzkammergut-Illustrierte“-Herausgeber sowie „ÖKM“-Gründer Peter Janisch kann den Ärger der kleinen Leute von damals gut nachempfinden, zumal sich auch er als eine Art Rebell sieht, der schon sehr bald gegen die Obrigkeit und deren veraltetes Sittenbild rebellierte.

„Als ich mit dem ‚Nacht-Boten‘, der ersten Sex-Zeitung in diesem Land startete, hatten wir noch ein Sittengesetz, das aus der Zeit Maria-Theresias stammte.“ Dieses alte Gesetz wie auch die veralteten Ansichten der Menschen wollte Janisch verändern. „Vermutlich habe ich auch dazu beigetragen“, sinniert er, „doch eine liberalere Sichtweise in Sexfragen und die genaue Festlegung, was veröffentlicht werden kann und was nicht, kam erst als es meine Zeitung nicht mehr gab.“

Profilneurose

Zum Sterben des Blattes hatte vor allem der so genannte Porno-Jäger Martin Humer (†) beigetragen, in dem er Janisch permanente wegen Verstoßes gegen das Schmutz- und Schundgesetz angezeigt hat und den „Nacht-Boten“ insgesamt 74 Mal beschlagnahmen ließ – bundesweit.

„Der wollte sich unbedingt profilieren“, sagt Janisch und gibt zu, dass es dem Humer letztlich gelungen ist, ihn finanziell zu ruinieren. Dabei ging es seinerzeit im „Nacht-Boten“ um Inhalte, über die heute ein 12-Jähriger nur noch milde lächeln würde.

Neustart

„Für mich war die Herausgabe dieser Zeitung eine Art innerer Protest, weil ich schnell gemerkt hatte wie scheinheilig diese Welt und die Gesellschaft ist“, betont Janisch, der später das „ÖKM“ gegründet und damit auch richtig viel Geld gemacht hat.

Zurzeit sieht sich der „Rebell aus Ischl“ wieder mit einer Art Scheinheiligkeit konfrontiert, allerdings auf dem Gebiet der Migration. „Das, was sich auf diesem Sektor abspielt, macht mich ungeheuer zornig“, sagt Janisch, der seinen Worten zufolge keiner Partei angehört.

Scheinheilig

„Aber was Gutmenschen alles zu beschönigen versuchen, das geht mir absolut gegen den Strich. Es vergeht zwar fast kein Tag, an dem nicht irgendein Presseerzeugnis wenigstens einen Übergriff eines Ausländers meldet, trotzdem werden diese von uns ins Land geholt und finanziell unterstützt. Dabei haben wir selbst jede Menge arme Rentner. Das ist nicht fair! Was mich zudem noch stört, ist diese islamische Unterwanderung.“ So könne es nicht weitergehen. Janisch hätte sich auch schon oft sehr gern dazu öffentlich geäußert, sagt er, unterließ es bislang aber, weil er fürchtete, „dass man mir meine Bude anzündet.“

Die Bude von der Rolls Royce- und Mercedes-Fahrer Peter Janisch spricht, ist die ehemalige Villa des Komponisten Oscar Blumenthal, dem wir die Salzkammergut-Operette „Im Weissen Rössl“ verdanken. Janisch hatte die aus dem Holz der kanadischen Pechkiefer im Jahr 1895 in der Kaltenbachau zwischen Bad Ischl und Lauffen errichtete Villa, dem Urahn aller Fertighäuser, im Jahr 1980 samt einem kleinen parkähnlichen Grundstück erworben, will alles aber demnächst verkaufen. Angeblich hat er bereits einen ernsthaften Interessenten, ein Ehepaar aus München, für die Mischstil-Villa gefunden, die Peter Janisch fast 38 Jahre lang gern bewohnte.

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