Unternehmensbesteuerung: Trump als Vorbild?

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Unternehmensbesteuerung: Trump als Vorbild?

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Die neue US-Führung ist nicht unbedingt bekannt für besonnene Lösungen. Unternehmensbesteuerung: Trump als Vorbild? Zur Unternehmensbesteuerung gibt es jedoch eine aus meiner Sicht gute Idee. Kern der Idee ist die Besteuerung von Unternehmensgewinnen dort, wo die Güter und Dienstleistungen verkauft werden.

Ein Kommentar von Dr. Herbert Samhaber

Geboren ist die Idee aus dem Grundsatz „America first“. Es geht darum, dass die USA Importe aus Übersee, also aus Europa und dem Rest der Welt in den USA teurer machen möchten. Das soll die heimischen US-Produzenten und Firmen, die in den USA Arbeitsplätze schaffen, belohnen und gleichzeitig Firmen die außerhalb der USA produzieren bestrafen. Das Thema ist noch nicht auf der offiziellen Agenda, wird aber in dieser oder ähnlicher Form kommen. Grundsätzlich klingt das aus österreichischer Sicht negativ und nach einer Art indirektem Zoll. Einseitig umgesetzt, kann das als erster Schritt zu einem Handelskrieg gewertet werden.
Aktuell werden Unternehmensgewinne dort versteuert wo die Wertschöpfung stattfindet. Wertschöpfung ist ein dehnbarer Begriff. Das klingt nach Möglichkeiten für Schlupflöcher.

Schlupflöcher

Genau diese Schlupflöcher bietet das aktuelle Steuersystem speziell für multinationale Konzerne und Milliardäre. Ein Beispiel sind zahlreiche Firmensitze in Irland und dortige „Lagerung“ der Lizenzen. Angelockt durch niedrige Steuern transferieren große Unternehmen ihre Wertschöpfung dorthin und in andere Steuerdomizile. Das Smartphone oder die Software wird in Österreich verkauft, aber der Gewinn wird in einer Steueroase versteuert. Mit komplizierten zusätzlichen Regelungen versucht man diese Schlupflöcher mühsam zu stopfen. Der amerikanische Ansatz ist wesentlich einfacher. Warum soll nicht Europa diesen Ansatz übernehmen oder sogar vor den USA umsetzen? Es ist für mich nur fair und logisch den Gewinn dort zu versteuern, wo das Produkt oder die Dienstleistung erworben wird. Kleine und mittelgroße Unternehmen tragen aktuell beinahe die gesamte Steuerlast und die größten Unternehmen zahlen keine Steuern und werden immer größer.

Steueroasen könnten zusperren

Das Geld, das wir verdienen, versteuern wir in Österreich. Die Güter und Dienstleistungen, die wir in Österreich erwerben, sollten genauso Österreich zugute kommen. Wird das System weltweit umgesetzt, kommt es zu keinem Handelskrieg und keiner Benachteiligung. Steueroasen könnten zusperren! Ein weiterer Aspekt der amerikanischen Steueridee ist die Belohnung von Produktion im Inland, indem Produzenten im Inland Steuern den Lohnkosten inländischer Arbeitnehmer gegenrechnen können. Damit könnte man die Abwanderung von Unternehmen in Billiglohnländer unattraktiver machen. Exportabhängige Unternehmen, die in Österreich produzieren, würden jedoch darunter leiden. Wir haben viele hochspezialisierte österreichische Unternehmen, die den Großteil ihrer Erzeugnisse exportieren.  Zum Beispiel Löschfahrzeuge für Flughäfen muss man international verkaufen, weil der österreichische Markt alleine viel zu klein ist. Dieser Belohnungsaspekt könnte daher für uns und auch für unseren Nachbarn Deutschland nach hinten losgehen. Doch Teil eins des Vorschlags – Besteuerung von Unternehmensgewinnen dort wo die Güter und Dienstleistungen verkauft werden – kann ich persönlich viel abgewinnen.

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