Was können wir von "The Donald" erwarten?

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Was können wir von "The Donald" erwarten?

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Zunächst muss festgehalten werden, dass die Meinungsforscher auf breiter Linie versagt haben. Wir leben in einer Zeit in der man meint, vieles prognostizieren zu können und wird doch immer wieder Lügen gestraft.

Nach einem sehr aggressiv geführten Wahlkampf und Aussagen, die auch in Europa für Kopfschütteln sorgten, hat Donald Trump bei seiner ersten Rede eine staatsmännisch einigende Linie gewählt. Viele seiner Wahlversprechen werden realistisch betrachtet kaum in der Form umsetzbar sein. Er hat aber durch die Mehrheiten der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus nun Möglichkeiten, einiges zu verändern.

Weniger militärische Einmischung, dafür mehr Schutz für Klein- und Mittelbetriebe

„The Donald“ möchte durch Infrastrukturprojekte Arbeitsplätze schaffen. Das sollte den US-Binnenkonsum ankurbeln, weil sich mehr Amerikaner dann auch mehr leisten können. Sein Bestreben ist die Industrie und kleine Unternehmen in den USA zu stärken, indem er Importe teurer und schwieriger macht. Handelsabkommen möchte er überdenken bzw. neu verhandeln. Er sieht die Rolle der USA nicht als „Weltpolizei“ und möchte weniger militärische Einmischung der USA in Konfliktherde. Damit könnte er Militärausgaben senken.

Handel für Europa schwieriger

Mr. Trump wird sich auf einen Teil seiner Versprechungen konzentrieren müssen. Auf der Ausgabenseite könnte der Kern seiner Politik ein Infrastrukturaufbau-Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen sein. Auf der Einnahmenseite könnten Zölle für Importe und das Schließen von Steuerschlupflöchern stehen. Seine Linie gegenüber Russland dürfte deutlich pragmatischer ausfallen als die seines Vorgängers. Den europäischen Handelspartnern dürfte ein rauerer Wind entgegenwehen.

Gesprächsklima wird sicher einiges entscheiden

Für österreichische und deutsche Unternehmen könnte der neue US-Präsident ein Sinken von Gewinnmargen und einen Rückgang von Verkaufszahlen in den USA bedeuten. Trump hat angekündigt, die heimischen Hersteller zu fördern und zu schützen. Etwas abgeschwächt könnten die Auswirkungen durch bereits bestehende Werke in den USA werden, weil hier ja Arbeitsplätze in den USA geschaffen wurden. Das trifft z. B. auch auf unsere VOEST zu. Europa sollte diese Gelegenheit nutzen, um sich nicht mehr nur am Rockzipfel der Amerikaner festzuhalten, sondern international selbst politisch zu agieren und die eigenen internen Probleme tatsächlich in Angriff zu nehmen. Unabhängig davon, ob sie Donald Trump befürworten oder nicht, ist den europäischen Politikern ein konstruktiverer Ton gegenüber dem „mächtigsten Mann der Welt“ nahezulegen. Die teils trotzig wirkenden ersten Reaktionen zu seiner Wahl werden das Gesprächsklima nicht verbessern. Erfahrene Politiker sollten es eigentlich besser wissen.

Eine Kolumne von Dr. Herbert Samhaber

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