Welser Volksfest: Von Anfang an ging es hoch her

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Welser Volksfest: Von Anfang an ging es hoch her

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Am vergangenen Wochenende besuchten zahlreiche Gäste das Welser Volksfest. Wels ohne Volksfest kann sich kaum ein Welser vorstellen, weshalb sich diese lokale Lustbarkeit noch heute ungebrochener Beliebtheit erfreut. Das Facelifting, das dem in die Jahre gekommenen Fest gerade verpasst wird, könnte ihm wieder zu jenem Schwung verhelfen, mit dem es einst gestartet ist.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Nächstes Jahr, 140 Jahre nach der Erstinszenierung des Welser Freiluftereignisses, wird man die ersten Ergebnisse der Neugestaltung dieser traditionellen Veranstaltung bewundern können.

Das traditionsreiche Welser Volksfest soll wieder zum Publikumsmagneten werden

Aber bis zur kompletten Realisierung des gesamten Relaunchs werden sich die Volksfestfreunde bis 2024 gedulden müssen. Auch an der Erschaffung einer so genannten Bier-Welt wird getüftelt. Doch bereits 2018 sollen angesichts nostalgischer Fahrgeschäfte die Herzen romantischer Volksfestgäste höher schlagen und auch der Volksgarten und der Messeteich wird dann schon an den Welser Tierpark angebunden sein.

„Wir wollen das Welser Volksfest wieder zu einer überregional bedeutenden Veranstaltung machen“, erklären die Volksfest-Erneuerer, darunter Stadtmarketing-Geschäftsführer Peter Jungreithmair sowie „Gösser Bräu“-Betreiber Jörg Wanik und Richter Pharma-Chef Florian Fritsch, der für eine große Gruppe Welser Unternehmer spricht.

Welser Volksfest: Von Anfang an ging es hoch her
V.l.n.r.: Messepräsident Herrmann Wimmer; Bürgermeister Mag. Dr. Andreas Rabl, Messedirektor Mag. Robert Schneider / (c) Messe Wels

Geburtshelfer

Die Vorfahren der Welser Unternehmer, die seinerzeit Geschäftsleute hießen, waren es auch, die einen Tag vor dem Heiligen Abend (23. Dezember 1877) die Welser Messe erfanden. Damals sprach man allerdings von einem Volksfest mit Ausstellern und zu den Geburtshelfern dieses bleibenden Ereignisses gehörten die Träger bekannter Namen.

Dass Handel und Wandel sowie Industrie und Vieh auch des Juchhé und Juchú bedurften wie der Welser Chronist Sepp Käfer (†) 110 Jahre später notierte, war den Volksfestbegründern Ploberger, Traunmüller, Adler, Kostka, Blum, Würzburger, Rabl, Straberger und Engelmayr damals schon klar.

Großer Ansturm

Mit der Realisierung ihrer Idee haben sie auch ins Schwarze getroffen und offenbar einen unausgesprochenen Wunsch der Bevölkerung von Wels und Umgebung verwirklicht, die das erste Welser Volksfest regelrecht stürmten. 56.000 Besucher wurden bei der viertägigen Gaudi mit ihren 260 Ausstellern gezählt und die Lokalzeitung berichtete von einem „bunten und lustigen Treiben der fröhlichen Menge“, obwohl die offerierten Möglichkeiten des Amüsements – im Vergleich zu heute – eher bescheiden anmuten.

Der Vergnügungspark bestand aus einer Kegelbude, einem Tanzboden und einer Bierhütte mit Petroleumlicht, in der 650 Hektoliter Bier ausgeschenkt worden sind. Auch eine Künstlertribüne inmitten der Festwiese soll es schon gegeben haben. Mit dem Welser Debütvolksfest war jedenfalls eine lokale Sensation in die Welt gesetzt worden, die auch dem „llustrierten Wiener Extrablatt“ nicht verborgen blieb. Das berichtete darüber am 7. September ganz groß sogar auf der Titelseite mit sechs Illustrationen.

Tingel-Tangel

Von da an wurde das Vergnügungsangebot sukzessive ausgeweitet und für die 1890 veranstaltete Welser Lustbarkeit werden bereits vier Bierbuden erwähnt, von denen jeweils eine Zipfer Bier, Lichtenegger Bier, Puchheimer Bier und die Linzer Poschacher Brauerei betrieb. Auch von Wurstbuden, Weinhütten Cafés und Konditoreien ist die Rede.

Wie es während dieses Rummels auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Volksgartengelände zugegangen sein dürfte, hat der Welser Chronist Sepp Käfer nachempfunden: „Ambulante Brotverkäufer ziehen ihre Runden. Ringelspiele mit Werkl-Klängen machen ihre Drahdiwaberl.
Auch Kraftmaschinen sind aufgestellt und an den Schießständen zeigen Korporale und Feldwebel, was sie erlernt und noch nicht vergessen haben.“

Sonderzüge

Wer ermüdet, begibt sich in eine Restaurationsbude und sowohl die Regimentskapelle als auch die Stadtkapelle spielen für das „p.t. Publikum“ auf. Auf der Festwiese begeistern die „Thurmkünstler“ die Zuschauer.
Wie schon bei den vorangegangenen Volksfesten führte die Bahn mit Separatzügen die Besucher aus Passau und Simbach heran.

Diese wie auch andere Gäste staunten gehörig über die schon seit 1880 von vielen Lampen illuminierte Welser Freiluftgaudi, obwohl es noch gar kein E-Werk in Wels gab. Der Strom für das Festgelände wurde mit Hilfe zweier stabiler Dampflokomotiven erzeugt. Der Volksfestausschuss wollte wohl zeigen, dass Wels Welt ist, was es damals in gewisser Weise auch war. Das Volksfest war ein Magnet.

Neubeginn

Zu einem solchen Anziehungspunkt für alle traditionellen Volksfest-Fans, in erster Linie natürlich für die Welser aber auch für die Menschen aus den benachbarten Bundesländern und Bayern, soll das Welser Festvergnügen, das in den letzten Jahren ein wenig an Attraktivität eingebüßt hatte, nun wieder werden.

Dazu werde auch das neue Genussvolksfest-Konzept „Griaß Eich“ beitragen, betonen die Volksfesterneuerer, die überzeugt sind, dass man es damit schaffe, das Volksfest wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

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