Wieder neu entbrannt: Der Streit um Sonntagsöffnung

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Staatlicher Schutz vs. Eigenverantwortung

Wieder neu entbrannt: Der Streit um Sonntagsöffnung

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In der „Wochenblick“-Redaktion sind die Meinungen zu dem Thema geteilt. Die Autoren Alfons Kluibenschädl (dagegen) und Willi Huber (dafür) erklären ihre Standpunkte.

Pro

Speziell Menschen, die in Selbstständigkeit arbeiten, kennen ohnehin kaum freie Sonntage. Sie müssen sich die Arbeitswoche eben einteilen. Ganz ähnlich geht es allen, die in wichtigen Berufen tätig sind, um unser System am Laufen zu halten. Seien es medizinische Berufe, Polizei oder Feuerwehr – aber auch scheinbar banale Bereiche wie die Gastronomie, die in Wahrheit ein Knochenjob ist.

All jenen und vielen mehr ist die Sonntagsarbeit also zumutbar und nicht immer ganz freiwillig – aber dem Rest der Menschen will der Staat verbieten, sich seine Arbeitszeit mit dem Arbeitgeber auszuhandeln? Ganz ehrlich, hatten Sie im Urlaub eigentlich je den Eindruck, den Menschen ginge es schlecht, die auch an Sonntagen ihre Geschäfte für Sie geöffnet hatten?

Sollte für freiheitlich denkende Menschen nicht die Eigenverantwortung an erster Stelle stehen? Wer nicht will, dass der Staat sich bis ins letzte Detail ins Leben der Menschen einmischt, sollte auch auf Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung bestehen.

Contra

Seit Jahren möchte die Handelslobby das Volk mit mehr Freiheit und weniger überlaufenen Läden ködern – nun mit dem Gesundheitsargument. Die Arbeitnehmer will man mit Zuschlägen und freier Arbeitszeiteinteilung weichkochen.

Was sich auf dem Papier gut anhört, kann in der Praxis schnell zum Problem werden. In der Berufswelt ist jeder austauschbar  – und so wird man Leuten, die nicht an einem Sonntag arbeiten wollen, etwa weil sie Familie haben, unterstellen, nicht ausreichend flexibel für den Betrieb zu sein. Zudem zeigt die Erfahrung bei Wachdiensten, Kellnern oder Reinigungskräften in Hotels, dass ein Rechtsanspruch auf den Sonntagszuschlag in einer ohnehin schlecht bezahlten Branche mit dem Argument, dass es ein ganz normaler Arbeitstag sei, schnell auf ein Minimum beschnitten werden kann.

Man würde den fleißigen „Helden der Krise“ zumuten, am liebsten rund um die Uhr wie Maschinen Habacht zu stehen – dafür, dass die Kunden auch nicht mehr Geld oder Zeit haben, um dem grenzenlosen Konsum frönen zu können. 

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