Eine Mitarbeiterin des Seniorenwohnheims in Walding (Mühlviertel) wandte sich kürzlich mit einem Hilfeschrei an den ORF: Man sei heillos überlastet, es herrsche fast schon Kriegszustand im Pflegeheim! FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr will Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) zur Rede stellen. 

Der Schutz der Risiko-Gruppen stehe an oberster Stelle, heißt es. Doch für Österreichs Pflege- und Seniorenheime liegt bis heute keine Strategie seitens der Regierung vor. Die Bundesländer müssen alleine mit dem Problem zurecht kommen. Während viele Senioren unter der Vereinsamung in der Abschirmung leiden, breiten sich die Virus-Infektionen in den Pflegeheimen weiter aus. FPÖ-Klubobmann Mahr vermutet, dass sich die zuständige Landesrätin Gerstorfer keine Strategie zum Schutz der Pflegeheime überlegt hat.

Präventionskonzepte „verschlafen“

Bereits 88 Prozent der Altenheime sollen vom Corona-Virus betroffen sein. Herwig Mahr vermutet, dass „dringend notwendige Präventionskonzepte verschlafen wurden.“ So würden rund 40 Prozent aller Todesfälle, die als Corona-Tote verzeichnet werden, die Bewohner von Pflegeheimen betreffen.

Schutz der Bewohner und Besuchsmöglichkeiten gefordert

Die FPÖ werde in der Soziallandesrätin deswegen im Zuge der morgigen Landtagssitzung eine mündliche Anfrage stellen: „Wir wollen wissen, ob die Vorgaben des Bundes zur Gänze umgesetzt werden konnten und welche zusätzlichen Maßnahmen getroffen wurden.“ Die FPÖ fordert den Schutz der Bewohner, die Unterstützung der Pflegekräfte und das Schaffen von Besuchsmöglichkeiten unter geeigneten Schutzvorkehrungen. Denn gerade in Alten- und Pflegeheimen müsse besonders vorsichtig vorgegangen werden.

„Tatenlosigkeit“ der Bundesregierung kommt zum Vorschein

Der FPÖ-Klubobmann sparte auch nicht mit Kritik an der Bundespolitik: „Gesundheits- und Sozialminister Anschober hat es völlig verabsäumt, rechtzeitig einheitliche und umfassende Schutzkonzepte für besonders kritische Einrichtungen zu schaffen.“ In der Steiermark musste sogar das Bundesheer ein Pflegeheim übernehmen. Mahr konstatiert: „Die Bundesländer wurden hier zehn Monate völlig allein gelassen. Die tragischen Ergebnisse dieser Tatenlosigkeit kommen jetzt zum Vorschein.“