Journalismus muss auch dort hinsehen, wo es weh tut. Diesem Credo verschreiben sich leider immer weniger Medien. Dinge alternativ zu betrachten heißt auch, gängige Medien-Hypes zu hinterfragen. Da wären beispielsweise die Brände im Amazonas-Gebiet.

Ein Kommentar von Christian Seibert

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ORF mit wirren Verschwörungstheorien

Nein, ich bezweifle nicht, dass es dort brennt. Diese wirre Verschwörungstheorie geistert in den Tiefen des Internets herum. Aber es ist schändlich, was der links-liberale Mainstream aus diesen Bränden macht. Der ORF etwa stellte in seiner Berichterstattung den „Verdacht“ auf, die Brände könnten gelegt worden sein, um dem amtierenden brasilianischen Präsident Jair Messias Bolsonaro „zu helfen“.

„Bolsonaro-Fans verabredeten sich zur Brandstiftung“

Ohne Fundament wird dort ein Bericht der brasilianischen „Zeitschrift Globo Rural“ erwähnt, wonach sich 70 Personen, natürlich allesamt große Bolsonaro-Fans, über den Nachrichten-Dienst „WhatsApp“ zur Brandstiftung verabredet hätten. Unabhängig davon, dass „Globo Rural“ in erster Linie ein TV-Sender ist, stellen Sie sich mal folgende Frage: Wenn Sie planten, eine Straftat zu begehen, würden Sie sich dann mit 69 anderen Personen in einem Internet-Nachrichtendienst absprechen oder wäre Ihnen das Risiko zu groß?

Als Antisozialist gegen das korrupte Establishment

Die Chance, dass die Geschichte so stattgefunden hat, wie sie uns der ORF auftischen möchte, liegt nach meiner Abwägung unter einem Prozent. Trotzdem ist den Medien keine Nachrichtenlage zu schlecht, um Bolsonaro eins auswischen zu wollen. Warum? Weil er sich als Antisozialist gegen das korrupte Establishment in Brasilien stellt, dessen Hauptprotagonisten Ex-Präsident „Lula“ und seine Nachfolgerin Dilma Rouseff von eben jenen Medien immer wieder „gehyped“ wurden, obwohl die beiden Sozialisten einen Scherbenhaufen aus Korruption und Misswirtschaft in Brasilien hinterlassen haben, „Lula“ deswegen sogar im Gefängnis sitzt und auch in diesem Jahr wieder zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde. Und zu dessem Amtszeit es im Amazonas-Gebiet übrigens mehrmals gebrannt hat. Dreimal dürfen Sie raten, warum die mediale Empörung darüber jedoch ausblieb…