Schwere Vorwürfe: Der Redakteur einer österreichischen Tageszeitung (OÖ-Redaktion) soll den Bruder eines Tatverdächtigen in Deutschland mehrmals telefonisch kontaktiert haben. Pikant: Er gab sich offenbar als „leitender Ermittler“ aus, wurde jetzt deshalb bei der Staatsanwaltschaft angezeigt!

Der Redakteur lockte dem gutgläubigen Mann Informationen raus und präsentierte ihn in seiner Zeitung als „Interviewpartner“.

Wie „Wochenblick“ bei einer Hintergrund-Recherche herausfand, handelt sich beim verdächtigten Redakteur um Michael P., der bei der Tageszeitung „Heute“ beschäftigt ist.

Als Ermittler ausgegeben?

Wie zudem die Polizei berichtet, ereignete sich am 19. Februar 2018 ein Mordfall in Polling (Bez. Braunau/Inn). Insgesamt vier Mal kontaktierte der beschuldigte Redakteur in diesem Zusammenhang den Bruder des Tatverdächtigen und Sohn des Mordopfers auf seinem Mobiltelefon.

Er forderte den Mann auf, ihm den Vorfall der Entdeckung des Mordes an seiner eigenen Mutter genau zu schildern! Weiters wollte er Detail-Infos zum tatverdächtigen Bruder sowie Fotos der beiden.

Gutgläubigen Mann überlistet?

Im Glauben daran, es handle sich um einen richtigen Polizisten, gab der Mann eine detaillierte Auskunft über den Vorfall und schickte dem Redakteur sogar Fotos zu.

Die Polizei konnte diese Fotos zweifelsfrei der Redaktion zuordnen.

Opfer erstattete Anzeige

Als der 31-Jährige am 20. Februar 2018 den Artikel in der Tageszeitung las und die Fotos sah – er wurde dort fälschlicherweise als  Interviewpartner zitiert – wurde ihm die Täuschung bewusst. Er erstattete daraufhin umgehend Anzeige.

Der Redakteur wurde daraufhin wegen des Verdachts der Täuschung sowie der Amtsanmaßung bei der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt. Er bestreitet die Tat.