In Angola erschossen Soldaten mindestens sieben Minderjährige, die sich an Protesten gegen das Tragen von Corona-Schutzmasken beteiligten oder Corona-bedingte Ausgangssperren mißachteten. Die Vorfälle ereigneten sich zwischen Mai und Juli, wurden von europäischen Medien aber bislang kaum aufgegriffen. Mittlerweile protestiert sogar Amnesty International gegen die „Schockierende Tötung von Jugendlichen“ durch die angolanischen Sicherheitsbehörden. 

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation OMUNGA wurde mit den Worten zitiert: „Die Behörden nutzen die Notstandsmaßnahmen, um willkürlich die Menschenrechte einzuschränken.“ Diese Herangehensweise kennen wir auch aus Europa, allerdings zum Glück mit bislang nicht so drastischen Konsequenzen. In Angola setzen die Sicherheitskräfte regelmäßig Waffengewalt gegen Jugendliche ein. Mindestens sieben Menschen starben. Man geht davon aus, dass die Zahl der Todesopfer aber viel höher ist.

Willkürlicher Schusswaffengebrauch

Beispielsweise war ein 15-Jähriger auf dem Weg auf den Sportplatz, als Soldaten ihn ohne Vorwarnung erschossen. Er hatte sich nicht an die geltenden Covid-19 Ausgangsbeschränkungen gehalten. Laut Amnesty schossen die Soldaten Jugendlichen, die schon am Boden lagen, in den Kopf. Amnesty schildert den Fall des 14-jährigen Marito, der für seine Familie einkaufen ging. Polizisten erschossen ihn am Weg zum Markt.

Wegen Anti-Masken-Protest erschossen

Bereits im Mai berichtete Al Jazeera über einen 17-Jährigen, der von Soldaten erschossen wurde, weil er gegen das Tragen von Corona-Gesichtsmasken protestiert hätte. Präsident Joao Lourenco hatte im März aufgrund der angeblichen Corona-Pandemie den Ausnahmezustand ausgerufen und strenge Ausgangssperren verhängt. Das Tragen von Gesichtsmasken wurde ab April verpflichtend vorgeschrieben. Inwiefern es Menschen zu überleben hilft, wenn man sie aufgrund einer behaupteten Epidemie einfach tot schießt, erscheint für Außenstehende unklar zu sein.