Der Mörder des Helfer-Priesters von Como, der weithin wegen seines Engagements für Migranten bekannt war, ist ein illegal in Italien lebender Tunesier. Motiv der Tat soll Angst vor einer Abschiebung gewesen sein, die der Priester angeblich unterstützte. Der 53-jährige Migrant lebt seit 1993 in Italien, und sollte seit 2015 mehrmals abgeschoben werden.

„Verblutet wie ein Hund“

Ridha M., erstach den Pfarrer, auch „Priester der Letzten“ genannt, auf offener Straße, kurz vor der täglichen Essensausgabe an Obdachlose und Migranten, mit einem langen Küchenmesser.

„Der Priester sei Teil einer Verschwörung gegen ihn gewesen, habe ihn in sein Land zurückschicken wollen, er habe Angst vor einer Abschiebung gehabt“, sagte er beim Verhör.

Ridha soll den Priester um Eis ersucht haben und sinnloses Zeug geredet haben.
Irgendetwas habe ihn dann zur Tat „angestachelt“. Er habe den Priester mit aller Kraft mehrmals in den Nacken gestochen, bis er zusammenbrach. Jeder Fluchtversuch wäre sinnlos gewesen, er verblutete „wie ein Hund“, erzählte der Mörder den Carabinieri.

Der Täter stellte sich blutverschmiert der Polizei und gestand den Mord, zeigte aber keine Reue. Das Auto des Priesters stand noch vor der Kirche, vollgepackt mit Keksen, Croissants und heißem Kaffee.

Opfer besorgte Täter einen Anwalt

Einige Medien berichteten, Ridha sei psychisch beeinträchtigt. Il Giornale widerspricht dem: Es gebe kein Attest, in dem das belegt sei. Der Mann zeige aber starke Gefühlsschwankungen und Anzeichen von Verfolgungswahn. Ridha war selbst einer jener Hilflosen, denen der Priester Unterkunft gab und mit Essen versorgte. Er besorgte Ridha sogar einen Anwalt, der ihn bei mehreren Strafverfahren vertrat. Der Täter sollte bereits mehrmals abgeschoben werden. Er scheint auch im Strafregister auf. Es gebe keine Hinweise auf eine Radikalisierung, hieß es. Ridha wurde ins Gefängnis überstellt und erwartet eine Anklage wegen Mord.

Papst Franziskus trauert

Jetzt meldete sich auch Papst Franziskus zu Wort: Der Priester Roberto Malgesini sei ein Märtyrer und Zeuge der Barmherzigkeit gegenüber den Armen gewesen, sagte er. Er schließe sich dem Schmerz der Angehörigen und der Menschen in Como für den Tod des Priesters an. „Beten wir für alle Priester, Ordensschwestern und Laien, die für die Bedürftigen unserer Gesellschaft arbeiten“, so der Papst.