Die politische Korrektheit fordert das nächste prominente schwarze Opfer. Das geschieht ausgerechnet in einem Jahr, in dem Linke im Zuge der „Black Lives Matter“-Demos fordern, dunkelhäutige Menschen sichtbarer zu machen. Zumindest was beliebte, in unserer Kultur verankerte Darstellungen von Afrikanern betrifft, scheint das aber nicht zu gelten.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Es ist also wieder passiert: Ein weiterer Mohr hat seine Schuldigkeit getan und muss gehen. Diesmal betrifft es eine etwa 100 Jahre alte Holzfigur in einer dem Ulmer Münster gestifteten Krippe. In vorauseilendem Gehorsam fürchtet der dortige Kirchengemeinderat einen Rassismus-Eklat: Der „Ulmer Melchior“ trägt nämlich nicht nur eine weltweit einzigartige Brezel, sondern auch Goldringe und hat schwulstige Lippen. Also muss sich auch die Weihnachtszeit der allgemeinen Verwirrung fügen. Somit bringen dort nur mehr zwei Weise (bzw. Weiße) aus dem Morgenland dem Christkind seine Gaben.

Bildersturm gegen dunkelhäutige Ikonen…

Es ist bei Weitem nicht die erste Tilgung einer beliebten, dunkelhäutigen Figur im Zuge des „antirassistischen“ Bildersturms. Schon vor Monaten kündigte etwa der Mars-Konzern an, seinen bei Jung und Alt beliebten, nett lächelnden älteren Herren von der „Uncle Ben’s“-Packung zu verbannen.

Weil eh wissen, in Verbindung mit dem Namen, soll das angeblich an die einstige Sklaverei erinnern. Meinen zumindest die Weltverbesserer. Als ich aufwuchs war es einfach nur ein freundlich ausschauender schwarzer Mann, dem für mein kindliches Dafürkönnen genauso gut die Reisplantage hätte gehören können, aber da habe ich wohl einfach nicht genug „meine Privilegien überprüft“.

Ein Kahlschlag mit kuriosem Beigeschmack

Die putzigen Sarotti-Mohren sind sogar schon viel länger Geschichte, die Schokolade bringt dort seit über zehn Jahren ein goldener Magier. In Wien sind die Mohren des Mittelalters keine sachkundigen Mediziner mehr, die Mohren-Apotheke änderte nämlich nach 670 Jahren ihren Namen, sehr zur Freude der schwarzen, roten Vize-Bezirkschefin. Vorauseilender Gehorsam streicht die Dinge, die außer ein paar in der linken Blase einfach niemanden so recht stören. 

In Coburg ging man sogar so weit, dass eine Petition den heiligen Mauritius aus dem Stadtwappen tilgen wollte. Ein Vorschlag, der bereits 1934 einmal zur Realität wurde. Linke Weltverbesserer auf den Spuren des dritten Reichs: Ein besonderes Schmankerl des Irrsinns. Auch das Dornbirner Mohrenbräu, benannt nach einem gewissen Josef Mohr und mit dessen Familienwappen dekoriert, warf man „Rassismus“ vor. Am Ende bleiben dann paradoxerweise nur mehr die weißen Figuren übrig, die sie eigentlich nicht als jene europäische Norm akzeptieren wollen, welche sie darstellen.

Ohne „diverse“ Werbung geht nichts

Während die Packungen von Lebensmitteln, die Illustrationen von Kinderbüchern und uralte Institutionen ihre tradierten Erkennungsmerkmale verlieren, beglückt man uns andernorts mit einer ganzen Fülle an Personen mit – nennen wir es „offensichtlichem Migrationshintergrund“. Fast keine Werbung kommt heute ohne dunkelhäutige Personen aus.

Allzuhäufig ist es ein schwarzer Mann und eine blonde Frau – im Zweifelsfall sogar, um wie in einem Werbespot eines heimischen Diskonters, den ländlichen Raum zu simulieren. So als wäre es ganz normal, beim Feuerwehrfest Menschen aus aller Herren Länder zu treffen. Als Gewöhnung

Willkür demonstriert nur linke Meinungsmacht

So richtig entscheiden können sich die moralischen Umerzieher von linker Seite also nicht. Mal sollen wir vor Augen geführt bekommen wie „vielfältig“ die Gesellschaft auf ihrem Weg zum ’neuen Menschen‘ bereits sei. Ein andermal ist es dann die falsche „Vielfalt“, weil… ja einfach, weil alle Tradition sowieso „konservative Kackscheiße“ ist und deswegen weg muss.

In beiden Fällen zeigt sich aber, wie eine Riege linksdrehender Besserwisser bis zum Anschlag heraushängen lässt, dass sie über die Deutungshoheit verfügt. Die beste Reaktion ist einfach, ihre Spinnereien, so weit es geht, zu ignorieren und ihren jenseitigen Forderungen eines Bildersturms keinesfalls nachzugeben. Wenn man die Empörten nämlich links liegen lässt, entlarvt man sie als die Schreihälse, die sie sind.