Der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober (Grüne) will schnellere Anerkennungsverfahren für Ärzte aus Drittstaaten. Ärzten, die im Zuge der Migrationsbewegung nach Österreich gekommen sind, soll unter bestimmten Voraussetzungen rascher eine Arbeitserlaubnis erteilt werden.

Grundsätzlich ist eine formale Anerkennung nur für die Ausübung von reglementierten Berufen notwendig, darunter fallen auch Gesundheitsberufe. Diese „Nostrifizierung“ sieht Anschober als „langwierig“ an und fordert schnellere Zulassungen.

In Oberösterreich handelt es sich konkret um 34 Ärzte und 17 Zahnärzte.

Deutsche Ärzteschaft warnt

Die deutsche Ärzteschaft warnte indes und fordert eine Verschärfung für Zulassungen. Ausländische Ärzte aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören, sollten eine Prüfung auf Niveau des zweiten und dritten deutschen Staatsexamens ablegen müssen, um in Deutschland eine Zulassung zu erhalten. Das forderte der Präsident der deutschen Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Frank Ulrich Montgomery.

Das ist deshalb besonders interessant, weil das deutsche Ärzteblatt sechs Wochen zuvor noch stimmungsvoll über 16 Asyl-Ärzte im deutschen Bundesland Hessen berichtete, die eine Approbation erhalten hätten.

Darüber schreibt der Neuropsychologe und Professor Wolfgang Meins und spricht in diesem Zusammenhang von unklaren Vorfällen mit „Asyl-Ärzten“: „Was nun in den letzten beiden Jahren, in welcher Häufigkeit, konkret vorgefallen ist, dass sich der Bundesärztekammer-Präsident Sorgen um das Patientenwohl machen muss, ist bisher kaum öffentlich geworden.“

Medien scheine dieses Thema kaum interessieren, diese Art von Skandalen schätze man dort nicht besonders, so der Arzt weiter.

Bereits zwei Todesfälle

Tatsächlich kam es in Deutschland mit solchen Ärzten bereits zu zwei Todesfällen, wie ein Bericht der „Neuen Westfälischen“ zeigt. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe schlug Alarm.

In einem Krankenhaus in der Region starb ein Kind bei der Geburt wegen den fehlenden Kenntnissen einer Gynäkologin als Lybien. Die Ärztin wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, arbeitete aber danach sogar an einem anderen Krankenhaus weiter.

Im zweiten Fall starb ein Mann nach einem Sturz unter Alkoholeinfluss. Er wurde ohne weitere Diagnose einfach in eine Psychiatrie eingewiesen und starb dort an einer Gehirnblutung. Sowohl der Notarzt als auch der diensthabende Arzt der Psychiatrie waren Ärzte „mit ausländischen Studienabschlüssen und fraglich ausreichenden Sprachkenntnissen“, so die Ärztekammer.