Mittlerweile will Gesundheitsminister Rudolf Anschober einen zweiten Lockdown nicht mehr ausschließen. Das klang vor einigen Wochen noch ganz anders. Wir wagten einen Rückblick über Anschobers Aussagen zu einem möglichen Lockdown. 

ORF-Innenpolitik-Chef Hans Bürger prophezeite bereits am 10. Oktober, dass es im November zu einem Lockdown kommen werde. Er erwähnte sogar zwei verschiedene Modelle, die geplant seien. Anschober wollte daraufhin von einem Lockdown nichts wissen. Und Vizekanzler Werner Kogler erklärte die Vermutungen rund um einen neuerlichen Lockdown vor nicht allzu langer Zeit noch zum „Fall für den Sektenbeauftragten“. Doch mittlerweile scheint alles auf einen Lockdown hinauszulaufen. Anschober möchte einen solchen nicht mehr ausschließen.

Anschobers Aussagen im 1-Monats-Rückblick:

30.09. Gesundheitsministerium: Kein Lockdown in Vorbereitung: 
„Es handle sich um gezielt gestreute Gerüchte, meint man im Ministerium. Ein zweiter Lockdown sei nur dann vorgesehen, wenn das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch stehe, und davon könne keine Rede sein.“, erklärte das Gesundheitsministerium noch Ende Spetember, wie der ORF berichtete.

3.10. Vizekanzler Werner Kogler dementiert Lockdown: Wer behauptet, dass die Regierung noch im Oktober einen zweiten Lockdown plant, ist Fall für den Sektenbeauftragten (ZIB2)

Die Kleine Zeitung schrieb: Grünen-Chef und Vizekanzler Werner Kogler dementierte gestern in der ZIB2, dass die Regierung noch im Oktober einen neuen bundesweiten Lockdown plane: „Das stimmt nicht“, stellte der Vizekanzler klar. „Ich habe auch von diesem Gerücht gelesen, das von Herrn Norbert Hofer ausgeht. Die ganze blaue Truppe ist ein Fall für den Sektenbeauftragten. Das ist völlig an den Haaren herbeigezogen“.

Anfang Oktober war Vizekanzler Werner Kogler also offenbar klar, dass es im Oktober keinen Lockdown mehr geben wird. Sieben Tage später sprach man allerdings im ORF von zwei verschiedenen Lockdown-„Konzepten“, die für November angedacht werden.

10.10. ORF-ZiB-Innenpolitikchef Hans Bürger spricht in ORF- „Zeit im Bild“ über „weichen“ und „harten“ Lockdown im November

So schildert die Heute-Zeitung: „Wie man hört, kristallisieren sich zwei Konzepte heraus: ein weicher Lockdown – also nicht so wie wir ihn bisher gewohnt sind – , der am 2. November starten könnte. Oder eben am 16. November, das Ganze für zwei oder drei Wochen.“ Aber: „Wenn es wirklich eskaliert, dann kann es zu einem harten Lockdown, wie wir ihn vom Frühjahr kennen, kommen.“

… darauf entgegnete Anschober am nächsten Tag:
11.10.: Anschober: Zweiter Lockdown überhaupt nicht vorstellbar (Hohes Haus)

Ein zweiter Lockdown „wäre fatal, verheerend und katastrophal“. Er (Anm. Anschober) betonte außerdem ausdrücklich, dass selbst ein Schalten der Corona-Ampel auf Rot in bestimmten Bezirken keinen Lockdown bedeute: „Ein Lockdown ist das bei weitem nicht.“, berichtete die Wiener Zeitung.

23.10.: Anschober: „Bleiben Sie zuhause“

Vor einer Woche hieß es bereits, dass wir zuhause bleiben sollen. So riet Anschober davon ab, in den Herbstferien auf Urlaub zu fahren. Er sprach laut einem Bericht der Kronen-Zeitung von einer
„sehr ernsten Situation“ in Österreich und ganz Europa gesprochen. Obwohl sich bereits zahlreiche europäische Länder in einer zweiten Lockdown-Phase befinden, zeigte sich der Minister optimistisch, diesen in Österreich verhindern zu können. Dazu richtete er einen Appell an die Bevölkerung, in den Herbstferien zu Hause zu bleiben und zu Halloween „nicht die Post abgehen“ zu lassen.

25.10.: Anschober: „Können Lockdown nicht ausschließen“ (ORF-Bürgerforum)

Mittlerweile will der Gesundheitsminister einen Lockdown also nicht mehr ausschließen. Das Wirr-Warr und die absurden Auskünfte des Gesundheitsministers sorgen auch für Ärger in der Opposition.

FPÖ-Kickl: „schwarz-grüne Krisenkommunikation gescheitert“

FPÖ-Klubchef Herbert Kickl fragt sich ob der widersprüchlichen Aussagen Anschobers: „Ist das noch normal?“. Er verortet eine gescheiterten Krisenkommunikation der schwarz-grünen Regierung.