Mit der unfassbaren Summe von rund 400 Millionen Euro wird der mediale Mainstream in Österreich künstlich am Leben gehalten. Unabhängige Medien sind eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt einer wirklich freien Gesellschaft. Doch sie stehen unter Dauerbeschuss. Vor allem SPÖ und die Grünen versuchen mit allen Mitteln, Inseratenvergabe in unliebsame „rechte Medien“ zu verhindern…

Ein Kommentar von René Rabeder

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Das Nachrichtenmagazin „Profil“ rühmte sich in seiner letzten Ausgabe mit einer Auswertung, die sich auf zwei aktuelle Anfrageserien des oberösterreichischen Landtagsabgeordneten Severin Mayr (Grüne) und der SPÖ-Nationalrätin Sabine Schatz stützt.

Freiheitliche Minister, Mitglieder der oberösterreichischen Landesregierung sowie der Linzer Stadtregierung und die Linz AG inserierten innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre in der Gesamthöhe von mindestens 116.000 Euro in rechten Medien. Darunter auch mit insgesamt 74.490 Euro im „Wochenblick“.

Das ist auch schon der ganze Inhalt des Artikels, der dann im Weiteren sehr tendenziös versucht, diese Zahlen in ein besonders verwerfliches Licht zu rücken. Diese Summe sei nämlich, so wird im Bericht festgestellt, „staatspolitisch unverträglich“ und „fatal“.

400 Millionen Euro

Ausgespart werden neben der Information, dass alleine die bereits erwähnte rote Abgeordnete Sabine Schatz dem Steuerzahler 125.000 Euro pro Jahr kostet, aber vor allem jene Beträge, die die öffentliche Hand im gleichen Bewertungszeitraum in die Alimentierung der Mainstream-Presse gepumpt hatte.

Das Anzeigenvolumen vom zweiten Quartal 2017 bis zum ersten Quartal 2019 betrug nämlich mehr als 400 Millionen Euro. Führt man sich nun die 116.000 Euro vor Augen, die davon in „rechte Medien“ flossen, weiß man eigentlich schon, wo die Reise im Folgenden hingeht.
So hat der Autor des „Profil“-Berichts beispielsweise darauf verzichtet zu erwähnen, dass sein Arbeitgeber alleine im Jahr 2017 Regierungsinserate in der Höhe von 1,49 Millionen Euro erhalten hat. „Wenn Medien strikt nur Parteiinteressen verfolgen und Fakten verdrehen, besteht kein Anlass, denen auch noch Förderungen zukommen zu lassen. Das schadet einer Demokratie und stärkt sie nicht“, zitiert er stattdessen den Kommunikationswissenschaftler Josef Trappel von der Uni Salzburg. Mutmaßlich um damit zu suggerieren, dass die kritisierten „rechten Medien“ eine FPÖ-nahe Berichterstattung verfolgen würden.

10,6 Millionen Euro für den „Standard“

Dass er selbst vor seiner journalistischen Tätigkeit als Landessekretär der Sozialistischen Jugend Niederösterreich tätig war, scheint auch andere Medien aus dem Mainstream, wie den „ORF“, „Österreich“ oder die „Tiroler Tageszeitung“ nicht weiter zu stören. Sie alle haben den „Profil“ Artikel fleißig geteilt. Einen tieferen Blick in die Transparenzdatenbank haben sich die Journalisten aus diesen Mainstream-Medien aber allesamt gespart. Dabei hat dieser sehr viel Inhalt, der den Steuerzahler wirklich interessieren würde.

Darin ist beispielsweise im Vergleich zu sehen, dass nur der „Standard“ allein in den vergangenen zwei Jahren 10,682 Millionen Euro von der öffentlichen Hand bekommen hat. Die rot-grüne Stadt Wien inserierte dabei mit insgesamt 1,43 Millionen Euro in dem zartrosa Blatt.

Die „Wiener Linien“ mit 273.055 Millionen. Auch aus der Bundesregierung floss reichlich Geld. Immerhin 239.609 Euro zum Beispiel aus dem Bundeskanzleramt. Dazu noch 213.157 Euro aus dem Bildungsministerium und beinahe 194.000 Euro aus dem Finanzministerium.

8.700 Euro für Wochenblick

In den „Kurier“, das „Profil“ und die Wiener Stadtzeitung „Falter“, die gemeinsam mit insgesamt 2,172 Millionen Steuer-Euro am Leben gehalten werden, flossen von der Stadt Wien auch 489.015 Euro. Stolze 125.713 Euro kamen dazu noch von den „Wiener Linien“.

70.000 Euro kamen hier aus dem Bundekanzleramt und sogar 138.535 aus dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft. Schon nach diesen zwei Beispielen lohnt es sich, an die insgesamt 116.000 Euro zu erinnern, die für Aufregung sorgten, weil sie in „rechte Medien“ investiert wurden.

Deutlich auch die Zahlen aus dem Bundesland Oberösterreich. Inserate vom Land OÖ für 2018: Für das „Neue Volksblatt“, das zu 100 Prozent der ÖVP gehört, gab es 2018 765.000 Euro. Auch das „City-Magazin“, via Treuhänder noch zu 59 Prozent Eigentum ÖVP, noch 202.000 Euro.

Insgesamt gab die öffentliche Hand letztes Jahr im Land ob der Enns mehr als 3,5 Millionen Euro für Inserate aus. Der „Wochenblick“ bekam davon 8.700 Euro. Betrachtet man all dieses Material, wird deutlich, dass die einschätzende Conclusio des „Profil“-Artikels, die Praxis der Inseratenvergabe sei „staatspolitisch unverträglich“, durchaus nicht aus der Luft gegriffen zu sein scheint.

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So lange hauptsächlich linke Medien durch Inserate, die alle Steuerzahler finanzieren müssen, unterstützt werden, ist es mit einer ausgewogenen und fairen Berichterstattung nämlich nicht weit her.

Ein Blick in die Transparenzdatenbank beweist eindeutig: Unbequemer Journalismus durch Freie Medien wie dem „Wochenblick“ braucht die breite Unterstützung der Zivilgesellschaft. Unterstützen Sie uns mit einem Abo unter www.abo.wochenblick.at/, oder nutzen Sie unter www.wochenblick.at/spenden/ die Möglichkeit zu spenden.