Viele giftige Stoffe waren oft über mehrere Jahrzehnte in Verwendung – auch wenn ihre Gefährlichkeit bekannt war – oder sie sind auch heute noch in unserer Umwelt, in Häusern oder Gegenständen zu finden. Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Bisphenol A (BPA) – ein Weichmacher, der in zahlreichen Lebensmittelverpackungen und auch Getränkeflaschen enthalten ist und auch u. a. zur Herstellung von Thermopapier, etwa für Kassabons verwendet wird. Er reichert sich in Lebensmitteln an und es wird vermutet, dass er den menschlichen Hormonhaushalt beeinflusst und wie das Geschlechtshormon Östrogen wirkt. Seit 2011 ist der Einsatz in Babyfläschchen in der EU verboten. Auch in anderen Getränkeflaschen wird BPA nicht mehr verwendet. Die Ersatzstoffe scheinen jedoch auch problematisch.

Teflon – Polytetrafluorethylen (PTFE) ist als Antihaftbeschichtung in Pfannen oder als wasserabweisender Stoff (Gore-Tex) und auch in der Medizin oder anderen Bereichen zu finden. Es geriet in die Kritik, da bei der Herstellung lange Zeit Perfluoroctansäure (PFOA) eingesetzt wurde, was auch zu Prozessen gegen den Hersteller DuPont führte. PFOA ist krebserregend, vermindert die Fruchtbarkeit und schädigt die Organe. Inzwischen werden Ersatzstoffe verwendet, deren Schädlichkeit vermutet wird, jedoch noch nicht feststeht.

Ethylenoxid ist ein explosives und bei Raumtemperatur leicht entzündliches Gas, welches im medizinischen Bereich sehr häufig zur Sterilisation eingesetzt wird. Da es allerdings als hochgradig krebserregend gilt, unterliegt seine Verwendung strengen Kontrollen und ist im Lebensmittelhandel verboten. Problemtisch ist, dass Ethylenoxid sich in Kunststoffen anlagert und von diesen absorbiert wird, um später wieder abgegeben zu werden – so wie bei den Plastik-Teststäbchen der Corona-Tests, die mit diesem krebserregenden Stoff desinfiziert werden.

Melamin und Bambus – Kindergeschirre aus Bambus gelten als umweltfreundlich und werden gern als Ersatz für Plastik genommen. Aber auch Geschirr aus Melamin-Formaldehyd-Harzen kommen zum Einsatz oder Melamin wird verwendet, um den Bambusgeschirren Stabilität und Haltbarkeit zu geben. Tests stellten allerdings fest, dass die Kunststoffe in Lebensmittel gelangen können. Melamin gilt als möglicherweise krebserzeugend. Formaldehyd wird als krebserregend für den Menschen eingestuft und kann zudem Allergien auslösen.

Pentachlorphenol (PCP) und Lindan waren lange Zeit in Holzschutzmitteln enthalten. Sie führten zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Atemlähmungen und auch Depressionen – bei langfristiger Wirkung kam es auch zu Leber- und Nierenschäden und konnten bis zu zehn Jahre dem Holz entweichen. Obwohl die Herstellerfirma davon wusste, wurden die Mittel für den Innenanstrich beworben. 1978 kam es schließlich zum Skandal: Das Verfahren gegen den Hersteller – eine frühere Tochterfirma des Chemiekonzerns Bayer – dauerte bis 1996.

Asbest: Die faserförmigen kristallisierten Silikat-Minerale sind jedem ein Begriff. Weil es hitze- und säurebeständig ist, wurde es auf dem Bau, in der Textilindustrie und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Die gesundheitsschädliche Wirkung wurde bereits 1900 bemerkt, und 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbest als Berufskrankheit anerkannt. Dennoch dauerte es bis in die 1990er-Jahre, bis die Herstellung und Verwendung von Asbest verboten wurde – auch dank einer starken Lobby. In Schwellenländern wird es noch eingesetzt.