Syrien ist weitgehend befriedet. Jetzt wartet das Land – vergeblich – auf die Rückkehr seiner Bürger. Präsident Baschar al-Assad wirft dem Westen vor, die Flüchtlinge vom Zurückkommen abzuhalten. Die westlichen Staaten würden die humanitäre Frage auf „abscheulichste Weise“ für politisches Geschacher missbrauchen, sagt Assad.

Syrische Flüchtlinge, die zurückkehren wollten, seien im Westen einem enormen Druck ausgesetzt. Die unrechtmäßigen Sanktionen der USA und des Westens würden den Wiederaufbau Syriens massiv behindern, erklärte der Präsident in einer Videoansprache anlässlich der Flüchtlings-Konferenz vergangene Woche in Damaskus.

Flüchtlings-Konferenz: EU blieb fern

Vor allem Russland trieb die Flüchtlings-Konferenz voran. Auf ihr sollte die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge besprochen werden. Sie werden für den Wiederaufbau des Landes gebraucht. Doch die EU nahm an der Konferenz nicht einmal teil.

Rund 6 Millionen in Europa

Seit 10 Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Mittlerweile ist das Land jedoch weitgehend befriedet, ein sicheres Leben stellt kein Problem mehr dar. Umso mehr fehlen dem Land die Bürger zur Wiederbelebung und zum Wiederaufbau. 12 Millionen Syrer wurden während des Krieges vertrieben oder flohen. Etwa die Hälfte von ihnen befindet sich im Ausland, die meisten von ihnen machten sich nach Europa auf.

Mainstream-Medien bevorzugen Krieg

Während die Mainstream-Medien 2015 aus dem Leid der Syrer eine riesige Kampagne machten, die dazu führte, dass Menschen Flüchtlingen auf Bahnhöfen Teddybären und Geschenke zuwarfen (und in Folge von der Realität oft bitter enttäuscht wurden) scheinen sie sich für die Befriedung des Landes wesentlich weniger zu interessieren. Während der Krieg wochen- und monatelang die Titelseiten der westlichen Medien dominierte blieb die jetzige Flüchtlings-Konferenz von Damaskus lediglich eine Randnotiz. Dabei sollte der Frieden nach zehn Jahren Krieg und bei all dem Mitgefühl, das der Westen den Syrern scheinbar entgegenbrachte, eine überaus erfreuliche Nachricht sein.