Im Fall einer mutmaßlich über Bundesländergrenzen hinweg agierenden Dealer-Bande wurden jetzt die ersten Anklagen wegen krimineller Vereinigung erhoben. 

Es dürfen große Fische sein, die dem Landeskriminalamt Oberösterreich (LKA OÖ) im vergangenen November in die Netz gingen. Im Zuge eines von der Staatsanwaltschaft Wels eingeleiteten Ermittlungsverfahrens gegen zwei iranische Asylanten (32, 34) konnte eine Spur zu einem noch größeren Dealer-Ring mit Hauptsitz in Wien verfolgt werden. Die gesamte Gruppe soll für Heroinverkauf im Straßenwert von bis zu 1,5 Millionen Euro verantwortlich sein.

Asylanten im Verdacht der kriminellen Vereinigung

Die Behörden vermuten einer Polizeimeldung zufolge nach Ausdehnung der Ermittlungen eine „bestens organisierte und auf Heroinhandel spezialisierte kriminelle Vereinigung“. Aus diesem Grund folgten in Wels, Wien und Linz insgesamt 13 Hausdurchsuchungen und 16 Festnahmen, wovon wiederum 13 Personen in Untersuchungshaft kamen.

Das dabei sichergestellte Suchtmittelarsenal hat es in sich: Neben geringen Mengen an Heroin fand die Exekutive zudem Crystal Meth und Cannabiskraut. Außerdem kam es zur Beschlagnahmung von Mobiltelefonen, etwa 5.000 Euro an mutmaßlich aus den krummen Geschäften stammendem Bargeld sowie ein PKW, der für Einkaufsfahrten diente.

Hunderttausende Euro an Gewinn „erwirtschaftet“

Insgesamt konnte die Polizei 65 Abnehmer ausforschen, alleine in Wels sollen etwa acht Kilogramm an Heroin in Umlauf geraten sein. Der gewinnbringende Verkauf soll bis zu 480.000 Euro in die Geldbörsen zweier Iraner und eines Afghanen, allesamt Asylwerber. Einer der zwei aus dem Iran stammenden Leute dürfte damit sein Gehalt als Bauhilfsarbeiter auffetten haben wollen, auch seine beiden arbeitslosen Komplizen gaben als Motiv ihre insgesamt schlechte finanzielle Lage an.

Den unterschiedlichen Beschuldigten zwischen 26 und 48 Jahren werden Suchtgifthandel respektive die Bildung einer kriminellen Vereinigung zu diesem Zweck vorgeworfen, wobei nicht alle Anklagepunkte auch alle mutmaßlichen Dealer betreffen. Die Wiener Gruppe will das Rauschgift von einem bislang unbekannten serbischen Staatsbürger bezogen haben, für den Löwenanteil stehen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren im Raum. Der Gesamtwert der Suchtmittel soll bei 1,5 Millionen Euro liegen – etwa eine Million davon Reingewinn.