Neckartailfingen Gerhard Gertitschke wohnung gekündigt 74 jähriger

Diese Nachricht sorgt in der deutschen Gemeinde Neckartailfingen für Entsetzen und Kopfschütteln: Einem 74-Jährigen wurde dort jetzt der Mietvertrag gekündigt. Der Grund: In der Wohnung sollen nun Asylanten untergebracht werden! Der Fall aus dem gemeinsam von Grünen und CDU regierten Bundesland Baden-Württemberg dürfte reichlich Staub aufwirbeln.

„Ich habe in die Wohnung viel Geld und Arbeit reingesteckt. Ich habe sie in Eigenleistung von Grund auf renoviert“, empört sich der 74-Jährige gegenüber der „Nürtinger Zeitung“. Nach zwei Bandscheibenoperationen traut er sich den Umzug zudem nicht mehr zu.

Werbung

Bürgermeister: „Müssen weitere Flüchtlinge aufnehmen“

Die 150 Quadratmeter große Wohnung, die laut der deutschen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ von der Gemeinde vermietet wird, bewohnt der Betroffene gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin. Doch die Gemeinde muss per Erlass nun Asylanten aufnehmen. „Wir sind unter Druck und müssen weitere Flüchtlinge aufnehmen. Es gibt keine Möglichkeit mehr zu sagen, daß wir sie nicht unterbringen“, erklärt der parteilose Bürgermeister Gerhard Gertitschke.

In der größeren Wohnung des 74-Jährigen habe man genügend Platz für die „Schutzsuchenden“. Die Entscheidung, die Wohnung für die Asylanten-Unterbringung zur Verfügung zu stellen, wurde laut „Nürtinger Zeitung“ vom Gemeinderat gefällt. Zudem sei dem Rentner Hilfe beim Umzug durch Mitarbeiter des Bauhofs angeboten worden.

24 Jahre in Wohnung gelebt

Der Betroffene soll insgesamt 24 Jahre in der liebgewonnenen Wohnung gelebt haben. Er engagierte sich stark in der Gemeinde, war recht bekannt. Der ehemalige Graphiker sei zudem dreifacher Vater. Pikant: Laut „Junger Freiheit“ soll er 2015  auch im Arbeitskreis Asyl tätig gewesen sein.