Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist klar: Bei den Asyl-Interviews wurde nicht getrickst.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Linz im Fall angeblicher „Fake-Interviews“ durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen.

Ein Beitrag von Christian Seibert

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Im Februar dieses Jahres sorgte ein Bericht der Tageszeitung „Österreich“ für Aufsehen, in dem behauptet wurde, das BFA könnte in Linz Interviews mit Asylwerbern manipuliert haben. Den Darstellungen des Mediums zufolge sollen die Mitarbeiter des Amtes versucht haben, die Asylwerber in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken, um letztlich deren Asylanträge ablehnen zu können.

Fernsehen wichtiger als Ehrenamt

Wie nun bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Linz alle dahingehenden Ermittlungen eingestellt – die Theorie der angeblichen „Fake Interviews“ ist widerlegt. Somit scheint klar zu sein, dass die von „Österreich“ berichteten Antworten der Asylwerber auf die Fragen des BFA durchaus ihre Richtigkeit besitzen könnten. So soll ein Mann beispielsweise auf die Frage, ob er sich ehrenamtlich engagiere, folgendes zu Protokoll gegeben haben: „Nein, für so etwas habe ich wirklich keine Zeit. Ich schaue sehr viel fern. Das ist mir wichtig.“

Keine Hinweise auf Manipulation

In dem Bericht wird den Verantwortlichen des BFA vorgeworfen, sie könnten mit vorgefertigten Textbausteinen agiert haben, um eine möglichst schlechte Darstellung der Asylwerber zu erreichen und folglich einen negativen Asylbescheid ausstellen zu können. Wie der 52-jährige Peter R., der ebenfalls im Asylwesen beschäftigt ist, gegenüber „Wochenblick“ mitteilte, ist diese Version mehr als zweifelhaft: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mit Textbausteinen gearbeitet wurde. Das würde innerhalb kürzester Zeit auffallen.“

„Asylwerber haben lange geschlafen“

Eine Version, der auch die Staatsanwaltschaft Linz, die von einem Ermittlungsverfahren absah, folgen dürfte. Ob sich Peter R. auch vorstellen könne, dass sich die Asylwerber gegenüber dem Amt tatsächlich so unvorteilhaft geäußert haben könnten? „Das weiß ich wirklich nicht. Zumindest habe ich lange genug in Flüchtlingsheimen gearbeitet – und die Bewohner dort haben tatsächlich immer sehr lange geschlafen“, resümiert er im Gespräch mit „Wochenblick“.