Vor lauter Corona hätte man beinahe vergessen, dass es auch noch andere Krankheiten gibt. Aus Liechtenstein kommen nun Warnungen vor der Vogelgrippe – und damit ausgerechnet vor einer Krankheit, mit der man vor über als zehn Jahren große Pandemie-Ängste in der Bevölkerung schürte. 

Wer kann sich nicht erinnern, als uns die Mainstream-Medien in den Nullerjahren teilweise weismachen wollten, dass wir möglicherweise an der Vogelgrippe (H5N1) sterben würden. Am Ende stellte sich heraus, dass die Übertragung auf und zwischen Menschen weitaus weniger tragisch war, als angenommen. Obwohl die Krankheit seitdem unverändert als „Alarmstufe“ zu einer weltweite Pandemie gilt, starben weltweit seit 2003 weniger als tausend Menschen daran. Fast alle davon hatten zuvor Kontakt zu infizierten Vögeln.

Für Menschen ungefährliche Vogelgrippe

Dennoch warnen in Liechtenstein jetzt die Behörden, davor nicht allzu nahe an Kadaver von Vögeln zu gehen. Nach dem Auftreten in Dänemark und Frankreich, das zur Schlachtung tausender Vögel führte, sorgt man sich dort, dass es zu einer Einschleppung kommen würde. Wasservögel aus dem Norden könnten dies auf Geflügel übertragen. Immerhin weist das Schweizer Medium 20min.ch darauf hin, dass aktuell zirkulierende Virenstämme für Menschen ungefährlich seien.

Auch in Deutschland machte sich schon vor Wochen die Sorge breit. Die Angst vor Viren ist dabei so groß geworden, dass regionale Medien ihre Leser mit reißerischen Anrissen ködern. Etwa: „Erst Corona, dann die Schweinepest und jetzt auch noch die Vogelgrippe“. Und auch der Umgang mit Quarantäne für die Vögel verläuft nach diesem Muster, eine Kreiszeitung titelt ernsthaft: „Chicken-Lockdown kommt“. Mancherorts gilt seitdem eine Stallpflicht.

Von Pandemie zu Pandemie

Obwohl die Vogelgrippe – bei Tieren existieren seit 2005 wirksame Impfstoffe – bislang kaum von Mensch zu Mensch übertragen wurde, ist auch hier die Impf-Lobby aktiv. Seit Jahren machen sich Interessens-Ausschüsse für die Freigabe einer Immunisierung auch für Menschen stark. Zahlreiche Länder fertigten in den Nullerjahren Pandemiepläne an, falls das Virus unter Menschen zu zirkulieren beginnen sollte.

Einige Jahre später löste dann die Sorge vor der Schweinegrippe überall Schrecken aus. Zahlreiche Regierungen beschafften sich Schutzmasken, die teilweise ausgemustert wurden. In Belgien verbrannte man erst vor wenigen Jahren Millionen davon, um Platz für eine Asylunterkunft zu schaffen.

Das ewige Impf-Thema

Damals wurde eine Impfung besonders schnell voran getrieben und spülten Milliarden in die Kassen der Pharma-Unternehmen. Bei hunderten Menschen kam es als Nebenwirkung zur sogenannten Narkolepsie, einer schweren chronischen Schlafstörungen. Die seinerzeit übereifrige Kampagne in Schweden gilt als Grundlage dafür, dass das skandinavische Land bei Corona lieber auf Empfehlungen statt harte Maßnahmen setzte. Derzeit durchaus mit Erfolg – im europaweiten Vergleich sind die Fallzahlen gering.