Pünktlich zum Start des mehrtägigen islamischen Opferfestes hat Bundespräsident Alexander van der Bellen wieder seine Grüße an die islamische Community gerichtet.

Ob er den Brauch richtig verstanden hat, ist höchst ungewiss – denn er wünscht ihnen nämlich ein „friedvolles Opferfest“. Dabei werden bei diesem Moslem-Hochfest zahlreiche Tiere rituell geschächtet – nach Vorstellung vieler Bürger wohl eher das Gegenteil einer „friedvollen“ Affäre.

Umstrittene Schlachtung bei Bewusstsein

Denn bei dieser umstrittenen Art der Schlachtung wird dem lebenden und oft unbetäubten Tier mit einem speziellen Messer die Kehle durchgeschnitten. Immer wieder bemängeln Kritiker, dass das mit großen Qualen für das Tier verbunden sei. Für „vdB“ trotz der eigentlichen Tierschutz-Agenden seiner ehemaligen Partei kein Grund, sich kritisch zu äußern.

Immerhin mahnte er dazu, gesundheitliche Aspekte beim oft – im wahrsten Sinne des Wortes – sanguinen Fest nicht außer Acht zu lassen. Nach den Corona-Clustern rund um vor allem von Rumänen besuchte Freikirchen in Linz dürfte sogar der stets um politische Korrektheit bemühte Präsident also Sorge haben, dass nicht alle Muslime die notwendige Sorgfalt an den Tag legen werden… 

„VdB“ grüßte Moslems bereits im Vorjahr

Für van der Bellen sind die Grüße zum islamischen Opferfest kein Neuland – schon letztes Jahr äußerte er sich ähnlichWochenblick berichtete. Und nicht nur das: auch zum Start des Ramadan nahm er gedanklich Anteil am muslimischen Ritus. Dabei verwirrte das Staatsoberhaupt damit, dass der Monat „uns allen“ Friede und Zusammenhalt bringen solle.

Lumpen lässt sich der Präsident allerdings nicht – denn derartige Wünsche richtet er im gesamten Jahreskreis an die jeweiligen großen Glaubensgemeinschaften. Im April sandte er Ostergrüße an Christen und Pessachgrüße an Juden. Auch Weihnachtsgrüße per Twitter – sowie solche zum jüdischen Hannukah-Fest sind fester Bestandteil des Gruß-Repertoires des früheren Grünen-Politikers.

Opferfest-Gruß polarisiert im Netz

Dass er das beim Opferfest „Eid Al-Adha“ ebenfalls tut, stößt im Netz auf unterschiedliche Reaktionen. Einige Nutzer zeigten sich erfreut über die Aufmerksamkeit – andere hingegen übten Kritik am Brauch, etwa aus Tierschutzgründen.

Wieder andere nutzten die Gelegenheit, den Bundespräsidenten an seine politischen Aufgaben und Befugnisse zu erinnern.