Mit großen Hoffnungen ließ die türkis-grüne Regierung die Österreicher auf die nächsten „Öffnungsschritte“ warten. Wer glaubte, angesichts des saisonal bedingten Rückgangs der Infektionszahlen würden die schikanösen Maßnahmen gänzlich oder weitgehend zurückgenommen, irrt. Weiterhin setzt die Kurz-Regierung darauf, das Volk in eine Zweiklassen-Gesellschaft zu spalten. Denn mit „Normalität“ haben weder die nächsten noch die übernächsten Schritte etwas zu tun. Ein ganz besonders übler Seuchentreiber ist dabei das Tanzen in Lokalen, das bleibt nach Wunsch dieser biederen Koalition verboten. 

  • Kaum neue Corona-Fälle, trotzdem bleibt der „Grüne Pass“
  • Wenn die Nachtgastronomie öffnet, darf dort nicht einmal getanzt werden
  • Bei Freiluft-Veranstaltungen bleibt eine niedrige Maximal-Teilnehmer-Grenze

Die 7-Tages-Inzidenz liegt in Österreich derzeit bei 25,6 – so niedrig wie seit dem 6. September nicht mehr, als bundesweit nicht einmal eine Maskenpflicht im Handel galt. Aber nachdem man monatelang für den „Grünen Pass“ trommelte, der zu allem Überdruss am Anfang nicht einmal die Impfungen erfassen kann, will man erstmals nicht dem Beispiel des großen Maßnahmen-Vorbilds Israel folgen. Dort wurde das spaltende Instrument nämlich mit 1. Juni eingestampft. In Österreich gilt es auch nach dem 1. Juli als Eintrittskarte…

Das heißt konkret: Auch in drei Wochen müssen Menschen, die beim Impf- und Test-Regime der Regierung nicht mitmachen wollen, damit rechnen, dass sie von Kultur, Sport, Freizeit und Lokalbesuch ausgeschlossen bleiben. Das will die türkis-grüne Regierung bereits jetzt bestimmen können, obwohl die weitere Entwicklung noch nicht abschätzbar ist. Zuerst kommen noch die „Lockerungen“ am heutigen Donnerstag – aber auch die halten nicht, was sie versprachen.

Die Regierung lässt das Volk nur minimal vom Geschirr

Denn die Regierung will die Zügel der Bevölkerung nur äußerst mager lockern. Statt vier Personen dürfen in Innenräumen künftig acht Personen zusammensitzen, im Freien sind es dann 16 statt bislang zehn Menschen, die maximal zusammentreffen dürfen. Statt um 22 Uhr ist „erst“ um Mitternacht Schicht im Schacht. Der Mindestabstand zu anderen Menschen wird wieder auf einen Meter reduziert, in Museen und im Handel sind pro Besucher bzw. Kunde 10 statt bislang 20 Quadratmeter einzurechnen.

Aber schon bei der Gesamtauslastung von Veranstaltungen kneift die Regierung wieder. Denn die Obergrenze von maximal 1.500 Personen im Innenbereich und 3.000 Personen im Freien bleiben. Würde die Fußball-Bundesliga nicht gerade ohnehin für die EURO pausieren, hieße dies etwa, dass Rapid Wien oder Red Bull Salzburg nur jeden zehnten Platz besetzen dürften. Mit 3G-Gehorsamen bei einer 7-Tages-Inzidenz von 11,1 im Fall des Bezirks Salzburg-Umgebung, wo die Spielstätte des Serienmeisters liegt.

Discos ohne Tanzen, Fußball ohne Jubel-Umarmung

Mit der Aussicht auf die nächsten „Lockerungen“ will die Regierung die Bürger folgsam halten. So kündigt man etwa an, dass mit 1. Juli die Sperrstunde gänzlich wegfallen könnte. Damit könne auch die Nachtgastronomie öffnen. Allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Wie Mückstein betont, wird man auch dann am Platz sitzen müssen, es herrscht weiterhin Tanzverbot. Welche Discos der Impf- und Lockdown-Fanatiker in seiner Jugend so besuchte, möchte man sich als kritischer Bürger gar nicht ausmalen.

Mit großem Tamtam will man der Bevölkerung auch schmackhaft machen, dass die „Maskenpflicht im Freien“ falle. Dabei hatte die Regierung diese – sieht man von einem skurrilen Pilotversuch in einigen Hochfrequenz-Bereichen in Wien ab – überhaupt erst mit den sogenannten „Öffnungen“ im Mai erstmals eingeführt. Das Ende des Maskenballs unter freiem Himmel wird die Stimmung in den Public-Viewing-Zonen mit Abstands- und Sitzplatzpflicht nur unmerklich heben… 

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