Noch rechtzeitig vor Beginn der Ruder-WM in Ottensheim hat nun auch der sogenannte Donaubus seinen Betrieb aufgenommen. Mit ihm kann man den Wettbewerbsort nun nicht mehr nur auf dem Landweg oder per Schiene, sondern – noch viel vergnüglicher – auch auf dem Wasser erreichen.

Eine Reportage von Kurt Guggenbichler

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„Ist das nicht schön?“ Die Frau, eine Gastwirtin aus dem Mühlviertel, steht im Fahrtwind am Bug des neuen „Donaubusses“ und genießt die kleine Flussreise mit dem Katamaran, der nun als eine Art Wassertaxi für Pendler und Radtouristen mit exakt festgelegten Fahrzeiten täglich zwischen Linz und Ottensheim verkehren wird.

Selbst gebautes Boot

Zwei starke Volvo-Motoren schieben das kleine Boot der Marke Eigenbau kraftvoll durch den Donaustrom. Die von ihm befahrene Strecke legt der schnelle „Wellenreiter“ in gerade mal 15 bis 20 Minuten zurück, erläutert Markus Luger (49) stolz, der mit seinem Bruder Peter Luger (46) den Donaubus baute und auch betreibt.

Woher die beiden das können? Markus zuckt mit den Schultern. Das Resultat ihrer Arbeit macht Erklärungen überflüssig. Das spezielle Design des selbst gebauten Bootes ermögliche sehr hohe Geschwindigkeiten (bis zu 40 km/h), bei gleichzeitig hoher Sicherheit, maximalem Fahrkomfort und großer Energieeffizienz.

Entspannender Transport

Im Personentransport auf dem Wasser sind die beiden gebürtigen Ottensheimer jedenfalls schon sehr erfahren. „Wir haben schon die Fähre Ottensheim gefahren“, sagt Markus und auch die Längsfähre, die in der Schlögener Schlinge zwischen Au und Grafenau verkehrt, wird von den beiden Männern schon seit fünf Jahren erfolgreich betrieben.

„Vor längerer Zeit kam uns die Idee, den legendären Donausbus der DDSG, der 1957 Linz und Ottensheim auf dem Wasser verband, wieder aufleben zu lassen“, sagt Markus. Damals bezahlte man sechs Schilling für die Fahrt, heute kostet das Einzelticket 7,50 Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder.

Kauft man auch gleich eine Retourkarte, berappen Erwachsene nur elf Euro (Kinder sechs Euro) für beide Tickets. Für oftmaligere Nutzung des Donaubusses gibt es einen Zehnerblock für 50 Euro. Markus hofft nämlich, dass das „große Potenzial der Donau“ künftig stärker genutzt werde.

Als Kunden für sein kleines Linienschiff setzen die Luger-Brüder, die mit dem Linzer Bürgermeister weder verwandt noch verschwägert sind, wie sie betonen, auch auf Rad-Pendler. Ihr Boot kann maximal zwölf Personen mit Fahrrad, Kinderwagen oder Rollstuhl befördern.

Neue Mobilität für linz

Beiden Brüdern ist natürlich klar, dass sie mit ihrem neuen Transportgerät nicht zur Lösung des Linzer Stauproblems auf der Straße beitragen können. „Doch Radpendler“, so propagiert Markus, „kommen mit uns sicher schneller und ungefährdeter von Ottensheim nach Linz und auch wieder zurück. Außerdem können diese bei ihrer Bootsfahrt vor oder auch nach der Arbeit noch gut entspannen.“

„Einfach herrlich“, freut sich ein Teilnehmer der ersten Eröffnungsfahrten mit dem Donaubus über die Ruhe in der Strommitte, in der der Donaubus gerade die Wellen durchpflügt. Sonst ist gerade weit und breit kein Schiff zu sehen.

Vom Verkehrslärm auf den beiden Donauuferstraßen ist hier nichts mehr zu hören und auch die Mühlkreisbahn schwebt geräuschlos vorüber. Nur die beiden vor sich hin brummenden Schiffsmotoren stören ein wenig die Idylle.

„Mir gefällt diese Fahrt sehr gut“, freut sich auch der Gramastettner Bürgermeister Andreas Fazeni und Leader-Obmann der Region Urfahr-West, die den Bau des 80.000 Euro teuren Bootes mit 40 Prozent fördert. Aus gutem Grund: „Denn dieser Donaubus“, so Fazeni, „bindet die Wasserstraße wieder mehr in den Alltag ein.“

Das findet auch Markus Luger, der schon immer der Meinung war, dass Linz zwar am Wasser liege, diesem aber noch nicht wirklich nahe gekommen sei. „Ich freue mich darauf, mit dem Donaubus viele Menschen befördern zu können.

“ Er rechnet damit, dass von den 700.000 Radlern, die alljährlich den Donauradweg befahren, wie Friedrich Bernhofer von der Werbegemeinschaft Oberösterreich weiß, nicht gerade wenige das Transportmittel der Luger-Brüder nutzen werden.

Dieses Pilot-Projekt, findet Fazeni, habe noch jede Menge Luft nach oben und Landesrat Max Hiegelsberger, der den Donaubus taufte, freute sich über diese Innovation, weil wir die Landeshauptstadt nun über einen anderen, zusätzlichen Weg erreichen können. Linz brauche Mobilität, betonte Hiegelsberger, deshalb müsse man diese auch neu denken können.

Halt in Puchenau geplant

Der Donaubus, der in Linz täglich jeweils 20 Minuten nach der vollen Stunde an der Anlege bei der Flussgasse und im Schatten des neuen Rathauses startet, kann pro Tag maximal 216 Personen transportieren. Künftig wird es auch einen Zwischenstopp in Puchenau geben. Dieser, so heißt es, sei derzeit in Planung.