Die Gefahr eines Ausfalls wichtiger Infrastruktur wächst stetig. Dabei ist es längst nicht mehr nur die Gefahr durch einen Blackout, auch Hackerangriffe haben zunehmend kritische Infrastrukturbereiche zum Ziel. Auch Oberösterreich ist seit vergangener Woche Ziel eines Cyberangriffs.

Die Ermittlungen dauern noch an, heißt es vonseiten der oberösterreichischen Polizei und wie immer bei derartigen Taten wird es auch eine geraume Zeit dauern, bis Täter ermittelt werden, sollte dies überhaupt geschehen. Inzwischen soll auch die Welser Staatsanwaltschaft für den Fall zuständig sein, dort hat man aber noch keine Informationen.

34 Unternehmen betoffen

Doch auch zuvor waren nur spärliche Informationen zu erhalten. Was war passiert? Die Internetkriminalität hat nun auch Oberösterreich erreicht und – glaubt man den Berichten von Betroffenen – auch voll erwischt. Über die Hackerangriffe bei den EDV-Dienstleistern wurden die Server- und Cloudlandschaften von möglicherweise Hunderten Unternehmen lahmgelegt. Die Systeme funktionierten einfach nicht mehr. Das bedeutet, dass es sich zumindest um Tage handelt, bis ein Wiederaufnehmen der Tätigkeit der Unternehmen möglich ist.

In Österreich sollen es mindestens 34 Unternehmen sein, davon 32 in Oberösterreich, die von dem Hackerangriff erwischt wurden, darunter auch große Logistikfirmen. Betroffen waren Lebensmittelhersteller, Logistikfirmen, Baukonzerne. Weil auch ein bekannter Großlieferant für Tiefkühlwaren betroffen ist, beklagen Supermärkte und Konsumenten, dass es Lieferschwierigkeiten gibt, so sei beispielsweise der Fisch ausgegangen. Aber auch kritische Infrastruktur wie Ärzte und Apotheken sind unter den Opfern der Kriminellen.

Für Mainstream-Medien zunächst kein Thema

Dabei ist die Vorgehensweise der Kriminellen immer gleich. Erst wenn ein horrend hohes Lösegeld bezahlt wird, erhalten die Firmen den Zugriff auf ihre Server zurück. Bis dahin behalten die Erpresser alle Firmendaten mit einem Verschlüsselungstrojaner in ihrer Gewalt. Tagelang schwieg sich der Mainstream zu der verheerenden Cyber-Attacke auf oberösterreichische Unternehmen aus. Doch die ausführliche Berichterstattung des „Wochenblick“, die ganz Österreich erschütterte, verhinderte, dass die gefährlichen Vorgänge unter den Teppich gekehrt werden.

So sahen sich schließlich auch „ORF“, „Kurier“, „OÖN“ und „Standard“ gezwungen, über den fatalen Angriff auf Oberösterreich aufzuklären. Wurde erst verspätet berichtet, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen und die Anfälligkeit zu vertuschen? Auffällig ist, dass gerade in der letzten Zeit vermehrt Cyber-Angriffe mit schweren Auswirkungen stattgefunden haben. Ob dies ein Zufall ist oder mit der zeitlichen Nähe zu dem WEF-Planspiel „Cyber Polygon“, bei dem genau derartige Szenarien simuliert wurden, zusammenhängt, darüber wird derzeit spekuliert.

Häufung von Cyberangriffen

Aber dass in der USA eine der größten Pipelines des Landes durch Hacker lahmgelegt wurde und die Regierung den Notstand ausrufen muss; dass nach einem Hackerangriff 800 Filialen einer schwedischen Supermarktkette geschlossen bleiben mussten, weil bis hin zur Kassa nichts mehr ging und auch die schwedische Staatsbahn Probleme hatte; dass in Deutschland durch eine Cyber-Attacke der Landkreis Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt wurde – und selbst Sozial- und Unterhaltsleistungen über Wochen nicht ausbezahlt werden konnten; dass Anfang Juli „Salzburg Milch“ durch einen Hackerangriff schwer getroffen wurde; und es dazwischen Anfang Juni zu einer großen weltweiten Internetstörung kam, bei der Tausende Webseiten weltweit ausfielen, darunter große Medienhäuser, Internetdienst-Anbieter wie auch die britische Regierungsseite, das mutet fast eigenartig an. Wie verwundbar unser System durch die Digitalisierung geworden ist, zeigen die immer häufiger auftretenden Cyber-Attacken. Immer öfter muss der Katastrophen-Fall ausgerufen werden. Alleine im Vorjahr wurden bereits 36.000 Fälle von Cyber-Kriminalität in Österreich gemeldet. Für derartige Notfälle braucht es aber nicht unbedingt Internetkriminelle.

Blackout durch linken Terror in München

Vor dem Pfingstwochenende sorgten in München Linksextreme durch einen Brandanschlag, der mehrere Stromkabel beschädigte, in drei Stadtteilen für einen großflächigen Stromausfall. Teilweise dauerte es bis zu eineinhalb Tage, bis alle wieder mit Energie versorgt waren. Die Folgen zeigten, was die Bürger bei einem Blackout, also bei einem großflächigen Stromausfall, der nach Schätzungen bis zu zwei Wochen andauern kann, zu erwarten haben. Denn vor dem Pfingstwochenende standen viele Kunden plötzlich vor leeren Supermarktregalen.

Als diese wieder öffnen konnten, waren viele Lebensmittel durch die ausgefallene Kühlung verdorben. Und noch schlimmer, die Kühlung fiel nicht nur aus, sondern wurde bei einem Aldi auch beschädigt. Daher musste, als der Strom wieder verfügbar war, der Filialbetrieb ohne Kühltechnik aufgenommen werden. Man sieht, derartige Notfälle können schneller eintreten, als man erwartet. Daher sollte man vorsorgen, um von einem Ernstfall nicht unvorbereitet getroffen zu werden. Und die Vorbereitung für den Fall der Fälle beginnt in den eigenen vier Wänden, denn Rettungskräfte haben im Ernstfall alle Hände voll zu tun.

Sie müssen Menschen aus U-Bahnen oder Aufzügen befreien, in Krankenhäusern oder Altenheimen bei der Versorgung helfen oder Notfälle nach Unfällen versorgen. Jedoch sind die wenigsten Österreicher auf einen derartigen Katastrophenfall wirklich vorbereitet. Nach Schätzungen könnten sich nach spätestens vier Tagen rund 3 Millionen Österreicher nicht mehr selbst versorgen und wären auf Hilfe von außen angewiesen!

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