Im März ist es soweit: erstmals nach 30 Jahren haben die Briten wieder einen „eigenen“ Pass. Der ist blau und ersetzt das weinrote Dokument der EU. Innenministerin Priti Patel hält ihn stolz in die Kamera: den Pass, der mit nationaler Identität verbunden ist.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Brexit war einzigartige Gelegenheit…

Der weinrote „Europäische Union“-Pass gilt in England, parallel dazu, bis zum Ablaufdatum. Bei der Präsentation des neuen Dokumentes sagte die Innenministerin, der Brexit habe den Briten die „einzigartige Gelegenheit“ gegeben, „…einen neuen Weg zu beschreiten“ und eine Rückkehr zum blau-goldenen Design ermöglicht. Die blauen Pässe wurden ursprünglich 1921 eingeführt und liefen nach 1988 aus, weil die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) einheitliche Pass-Designs beschloss.

Umweltfreundlich und sicher

Die Rückkehr zum englischen, blau-goldenen Design war schon während der Brexit-Kampagne eine der Forderungen der Austritts-Befürworter. 2017 verkündete die Regierung die Umsetzung dieses Wunsches. Ab Sommer werden alle Briten dann den blauen Pass haben. Er wird auf der Rückseite die Wappen von England, Nordirland, Schottland und Wales tragen.

Auch an den Klimaschutz hat man dabei gedacht: der CO2-Fußabdruck wird gleich Null sein – der Ausgleich erfolgt über die Pflanzung von Bäumen. Für große Sicherheit sorgt eine „superstarke“ eingebettete Technologie zur Sicherung persönlicher Daten. Mit neuester Druck- und Designtechnik sollen Fälschungen unmöglich gemacht werden.

Blaue Pässe weltweit beliebt

Laut Pass-Index haben 81 Länder einen blauen Pass – u.a. Australien, die USA, Kanada, Indie und Hong Kong. Ebenso einige karibische Länder, etwa Jamaika, Antigua, Barbuda, Barbados…etc. Auch in einigen Ländern Latein Amerikas ist der Pass blau. Ebenso in Israel, Irak, Syrien und Nordkorea. In Europa gibt es (noch) einen blauen Pass in Island, Kroatien, Bosnien und Herzegowina.