Die Impf-Euphorie wird in der EU trotz immer noch fehlender Zulassung weiter aufrechterhalten. Vorfreude ist anscheinend die schönste Freude. Und damit das Warten auf die schönste Bescherung – den erlösenden Piekser – noch ein bisschen spannender wird, befinden sich die Mitteleuropäer ja schon wieder im „knallharten“ Lockdown. Leider aber trüben immer neue Meldungen aus dem Ausland über Pannen mit Corona-Impfstoffkandidaten die Euphorie.

Die wohl beunruhigendste Meldung der letzten Tage kam aus Australien: Dort waren bei mehreren Testpersonen einer Studie der Universität of Queensland HIV-Tests, die routinemäßig durchgeführt werden, in Reaktion auf den verabreichten Corona-Impfstoff namens UQ-CSL v451 positiv ausgefallen. Zwar hatten sich die Resultate später als falsch erwiesen – dennoch wurde die Entwicklung des Coronaimpfstoffes in Australien sofort gestoppt. Es bedeutet das vorläufige Aus für den Impfstoff des Pharmariesen CSL.

Australien wechselt nun den Anbieter

Eigentlich war es vorgesehen, die australische Bevölkerung dieses Impfstoffs mit etlichen Millionen Dosen der CSL-Vakzine durchzuimpfen. Jetzt setzt die Regierung unter Premierminister Scott Morrison auf einen anderen Impfstoff – entweder vom US-Hersteller Moderna oder vom deutschen Entwickler Biontech. Beide Impfstoffe sind nach Angaben der Hersteller und Meinung einiger Zulassungsgremien bereits ausgetestet. Das CSL-Mittel hatte sich hingegen noch in der Testphase befunden.

Verschwörungstheorien bewahrheiteten sich diesmal nicht

Die wilden Spekulationen, dass der positiv angeschlagene Aids-Test ein weiterer Hinweis auf einen chinesischen Laborunfall oder gar eine gezielte künstliche Entwicklung von Sars-CoV2 sein könnte, bestätigten sich aber offenbar nicht: Die „Pharmazeutische Zeitung“ dokumentierte in einem Fachbeitrag eine schlüssige wissenschaftliche Erklärung für die HIV-Positivresultate: Bei der Impfung waren Antikörper gebildet worden, die mit mit bestimmten HIV-Diagnosetests interferierten.

Über mögliche Nebenwirkungen herrscht Unklarheit

Richtig beruhigend ist dies dennoch nicht – zeigt der Fall doch einmal mehr, mit welch heißer Nadel die Impfstoffe gestrickt wurden (und noch immer werden) die der Bevölkerung die alleinige Aussicht auf baldige „Rückkehr zur Normalität“ verheißen sollen. Kritiker befürchten, dass sie sich als die Ursache der nächsten Gesundheitskatastrophe herausstellen könnten – womöglich mit schlimmeren Auswirkungen als die aufgebauschte aktuelle Pandemie selbst. Über die zu erwartenden Nebenwirkungen herrscht Rätselraten, auch die Hersteller können entsprechende Fragen nicht endgültig beantworten.  Das verwundert nicht, da für den normalen Weg von der Entwicklung bis zur Zulassung von Impfstoffen bislang mindestens zehn Jahre veranschlagt wurden.  (DM)