Zukünftig wird Erdogan gleichzeitig Staats- und Regierungschef sein.

In Österreich lebende Türken sind ziemlich überzeugte Erdogan-Anhänger. Überproportional stimmten sie für ihre Leitfigur vom Bosporus: Während der AKP-Chef insgesamt „nur“ 52,6 Prozent der Stimmen einheimste und  in Deutschland auf 65,7 Prozent kam, lag die Zustimmung für den künftigen Staatschef in Österreich sogar bei 72 Prozent!

Zukünftig wird Erdogan gleichzeitig Staats- und Regierungschef sein. Das Amt des Ministerpräsidenten – vergleichbar mit dem Bundeskanzler in Österreich – wird abgeschafft.

Werbung

Absolute Mehrheit für Erdogan

Damit wird Erdogan mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet und kann quasi im Alleingang regieren. Fest steht jedenfalls, dass eine absolute Mehrheit der Wahlberechtigten für Recep Tayyip Erdogan stimmte. Bei der gleichzeitig laufenden Parlamentswahl kam seine AKP von in Österreich auf 63 Prozent.

Von derzeit ca. 300.000 in Österreich lebenden Austro-Türken sind etwa 100.000 registrierte Wähler. Rund die Hälfte von ihnen gab bei der Wahl ihre Stimme ab. Insgesamt waren 60 Millionen Menschen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei rund 87 Prozent.

florian klenk
Mutig decken Journalisten wie Florian Klenk auf, welche Ausmaße die Islamisierungs-Politik Erdogans bereits in Österreich angenommen hat!

Unstimmigkeiten bei Wahl?

Eine nennenswerte Konkurrenz für Erdogan war der ehemalige Lehrer Muharrem Ince. Der erzielte mit immerhin 30,8 Prozent den zweiten Platz. Ince warnte warnte vor der Wahl vor umfassenden Wahlbetrug.

Und auch nach der Wahl häufen sich Meldungen von „Unregelmäßigkeiten“ – durch Wahlbeobachter. Auch die mitteleuropäische Politik kommentiert besorgt – so auch die türkisch-stämmige stellvertretende Vorsitzende der deutschen Partei „Die Linke“ Sevim Dagdelen, die über Twitter davon sprach, dass die Wahlen „weder frei noch fair“ gewesen seien:

irfan ünsal Arzu Büyükkal
Pikant: Der als ultra-türkisch geltende Erdogan-Fanboy Irfan Ünsal (links) gilt als eine der Schlüsselfiguren zwischen SPÖ und AKP-nahen Kräften, soll so weitestgehend ungestört propagandistischen Einfluss auf Sozialdemokraten in Oberösterreich ausüben wollen. Rechts im Bild: Die umstrittene, frisch wiedergewählte SPÖ-Oberösterreich-Vorsitzende Birgit Gerstorfer.

Mainstream-Analyse völlig falsch

Mainstream-Medien lagen indes mit ihren Analysen wieder einmal völlig daneben, sprachen teils von einer „Zitterpartie„. Ein Verlust der absoluten Mehrheit für die AKP wurde prognostiziert.

Auch nach Oberösterreich finden AKP-nahe Umtriebe ihren Weg. So etwa mit dem umstrittenen Reporter Irfan Ünsal, der in einem ungeklärten Naheverhältnis zur türkisch-stämmigen Linzer Gemeinderätin Arzu Büyükkal steht. Im vergangenen Jahr sorgten Diskussionen um illegale Doppelstaatsbürgerschaften von Austro-Türken immer wieder für reichlich Wirbel.