Frei zugängliche und kostenlose Badeplätze an den oberösterreichischen Seen sind nach wie vor eine Rarität, auch wenn jetzt drei neue Uferflächen hinzugekommen sind, wie Landeshauptmann Thomas Stelzer kürzlich hocherfreut verkündete. politik-muss-endlich-handeln-vorsorge-fuer-nachkommen. Denn der Großteil der Uferlandschaften an allen heimischen Seen ist weitgehend zugebaut.

Von Kurt Guggenbichler

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Laut Recherche-Plattform „addendum“ vom Sommer 2019 sind am Attersee 76 %, am Mondsee 54 %, am Wolfgangsee 51 % und am Traunsee sogar 81 % der Uferflächen für die Öffentlichkeit nicht nutzbar.
In Oberösterreich ist der freie Seezugang zwar seit 2019 in der Landesverfassung verankert, doch die geplante Flächenerweiterung scheint fürs erste ein frommer Wunsch zu bleiben. Auch die jetzt mit großem Getrommel propagierten „drei neuen Bademöglichkeiten für die Bevölkerung“ sind vorher schon als Badeflächen vorhanden gewesen.

Kein Flächenzuwachs

Konkret geht es dabei um die Areale „Nachdemsee“ in Altmünster (Traunsee), um den Naturbadeplatz Huthausaufsatz in Weyregg (Attersee) und um eine Liegefläche am Vorderen Langbathsee. An allen drei Destinationen hat die Bevölkerung auch schon vor der kürzlich erfolgten Ausrufung zu öffentlichen neuen Badearealen geplanscht. Denn das gar nicht so leicht auffindbare Areal „Nachdemsee“ war zuvor bereits ein exklusiver Badeplatz für die Landesbediensteten, die sich dort in ihren Ferien vergnügen konnten, weil sie nachts ihre Häupter in der nahen Hotelfachschule, dem Schloss Ebenzweier, zur Ruhe betten durften. Aus alter Gewohnheit tummeln sich ehemalige Landesbedienstete heute noch immer auf ihrem früheren Badeplatz, wie der „Wochenblick“ bei einer Nachschau feststellte, nur müssen sie diesen heute mit anderen Leuten teilen. Aus diesem Grund bat man mich auch, das nun für die Allgemeinheit freigegebene kleine Badegelände publizistisch nicht über Gebühr breitzutreten, weil sonst ein Ansturm zu befürchten sei. Der aber dürfte sich wegen der geringen Anzahl von Autoparkplätzen (maximal 15 Wagen) in Grenzen halten. Auch am Weyregger „Huthausaufsatz“, dem Naturbadeplatz der Bundesforste, wo die Parksituation auch relativ beengt ist, hätten ebenfalls immer schon Leute gebadet, informierten mich Gäste vor Ort, allerdings sei das Areal dort einer grundlegenden Sanierung unterzogen worden. Und auch am Vorderen Langbathsee hat man immer schon Badefreuden gepflegt.

Begrenzter Badespaß

Allerdings wurde das dort befindliche Uferareal vom Land gekauft (4.600 Quadratmeter) und somit dauerhaft gesichert, wie Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner stolz erläutert. „Diese Bemühungen der Landesregierung seien auch anerkennenswert, nur mehr Zugänge an unseren verbauten Seeufern seien damit nicht geschaffen worden“, urteilt ein Ausflügler, den ich am Vorderen Langbathsee um seine Meinung zum Thema Seeuferzugang gebeten hatte. Denn schon auf der gegenüberliegenden Seite verhindert ein ehemaliges kaiserliches Jagdschloss, das jetzt in Privatbesitz zu sein scheint, den Zugang zum Ufer und damit jedweden öffentlichen Badespaß. Das Europacamp-Bad in Weißenbach am Attersee ist noch immer in Billigpacht der Sozialistischen Jugend, doch dürfen sich dort seit einiger Zeit alle Oberösterreicher unabhängig von ihrer politischen Orientierung zum Gratisbaden einfinden.

Saubere Gewässer

Die Wasserqualität aller unserer Seen ist einwandfrei, viele davon sogar ausgezeichnet, wie Sicherheitslandesrat Wolfgang Klinger bestätigt. Darin eingeschlossen sind auch die elf Gewässer, an denen sich die 27 öffentlichen Seezugänge befinden, die sich auf 21 Gemeinden verteilen. In Eigenverantwortung bemühen sich viele Kommunen, ihre Badeareale zu erweitern. So hat nun St. Wolfgang ein 5.000 Quadratmeter großes Grundstück, die sogenannte Bacherlwiese, zum öffentlichen Baden zur Verfügung gestellt und auch in der zu Bad Goisern gehörenden Ortschaft Obersee (Hallstätter See) wurde eine bereits zum Teil als Badeplatz genutzte Liegenschaft der Straßenverwaltung adaptiert.

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