Die Christlich Soziale Union (CSU) hat in Bayern ein historisches Wahldebakel hinnehmen müssen, konnte jedoch den ersten Platz über die Ziellinie retten. Abgestraft wurde auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die sich Richtung fünf Prozent Hürde bewegt und gar nur auf dem fünften Platz landet. Große Wahlsieger waren die zweitplatzierten Grünen, die Freien Wähler (FW) sowie die Alternative für Deutschland (AfD) auf den weiteren Rängen. 

Die CSU verlor laut aktueller ARD-Umfrage mehr als zwölf Prozent und kam auf 35,2 Prozent der Stimmen im Nachbarbundesland Oberösterreichs. Die SPD traf es noch härter, sie wurde mehr als halbiert und kamen nur auf 9,8 Prozent der Stimmen. Unerwartet stark schnitten die Freien Wähler (FW) mit 11,5 Prozent ab. Eine rechnerische Mehrheit für eine Koalition könnte sich gemeinsam mit der CSU knapp ausgehen.

Keine Koalition mit den Grünen

Unwahrscheinlich ist es, dass die CSU mit den anderen großen Wahlsiegern koaliert. Mit den Grünen, die auf knapp 18,6 Prozent der Stimmen kommen, hätte die CSU eine solide Mehrheit. CSU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Söder hatte eine Koalition mit der Öko-Partei wie auch mit der AFD jedoch schon am Wahlabend ausgeschlossen. Die AfD kam auf 10,9 Prozent der Stimmen aus dem Stand. Laut aktuellen Prognosen dürfte die FDP den Einzug ins Landesparlament mit 5,1 Prozent knapp erreichen. Die Linkspartei scheitert hingegen mit 3,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

SPD könnte Regierung platzen lassen

Ersten Gerüchten zufolge könnte die SPD das historische Debakel zum Anlass nehmen, um die Koalition auf Bundesebene platzen zu lassen. Neuwahlen in Deutschland stehen somit im Raum und Kanzlerin Merkel muss um ihren Job zittern.