Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in Bayern eine Masken-Pflicht in der Öffentlichkeit einführen. SPD-Gesundheitssprecher Karl Lauterbach fordert eine solche sogar bundesweit. Dabei ist der Sinn der Maske mehr als umstritten. Das sieht auch das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege so.

Was haben die Influenza und die CoVID-19-Pandemie gemeinsam? Richtig, beides sind Viruserkrankungen. Also sollte man gemeinhin davon ausgehen können, dass Empfehlungen für Maßnahmen, wie man sich gegen Grippeviren schützen kann, auch beim sogenannten Coronavirus ihre Gültigkeit haben müssten. Aber offenbar ist Virus nicht gleich Virus oder Söders Plan, eine Masken-Pflicht für bestimmte öffentliche Orte einzuführen ist nichts als der Versuch, Geschäftigkeit vorzutäuschen, auch wenn der Nutzen gegen Null geht.

Empfehlungen im Internet

Auf der Seite des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege – die der Ministerpräsident vermutlich nicht konsultiert hat – findet sich unter dem Punkt Vorsorge gegen die Grippe, also Influenza, auch die Rubrik „Häufig gestellte Fragen“. Eine lautete in den letzten Jahren: „Kann man sich durch einen Mund-Nasen-Schutz oder Arzneimittel schützen?“ Die Antwort ist eindeutig und widerspricht dem derzeitigen Konzept der Politik in Sachen Corona. Darin heißt es: „Das Risiko einer Infektion kann durch einen eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz (wie er in der Chirurgie und der Intensivmedizin verwendet wird) verringert werden. Einlagige Masken sind unwirksam.“ Das heißt also nichts anderes, als dass unzertifizierte Masken, die nicht eng anliegen oder die aus Kleidungsresten selbstgenähten „Maulkörbchen“ zwar als modisches Accessoire das Erscheinungsbild des Trägers oder der Trägerin durchaus aufpeppen können – die Schutzwirkung geht jedoch gegen Null.

Generelles Maskentragen nicht empfohlen

Aber die Antwort bezüglich der Vorsorge gegen eine Infektion mit Grippeviren geht noch weiter. So wird „das generelle Tragen von Atemschutzmasken oder Mund-Nasen-Schutz durch die Allgemeinbevölkerung während einer Influenzapendemie“ nicht empfohlen, da dadurch eine „wesentliche Reduzierung der Übertragung“ nicht erwartet werden kann. Denn bei einer Influenzapandemie geht das Staatsministerium davon aus, dass die häufigsten Infektionsquellen Familienangehörige und Freunde darstellen und weniger flüchtige Kontaktpersonen in der U-Bahn oder in der Öffentlichkeit. „Folglich müsste der Mund-Nasen-Schutz ständig, auch zuhause, getragen werden, um wirksam zu sein; dies ist nicht praktikabel“, heißt es auf der Seite weiter. Empfohlen wird als Schutz unter anderem eine gute Händehygiene, das Verwenden von Einwegtaschentüchern und das Meiden von Massenveranstaltungen. Aber Corona ist halt anders…