Trotz der Corona-Krise war die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl in Bayern höher als bei der vor sechs Jahren. Grund dürfte ein großes Plus bei den Briefwahlen sein.

Einen Erfolg brachte das vor allem den Grünen im Münchner Stadtrat, wo sie laut derzeitigen Hochrechnungen mit 28,8 Prozent die meisten Sitze ergattern. Im restlichen Freistaat blieben sie aber hinter den großen Erwartungen zurück.

Gewinner war die CSU …

Vielleicht war es am Ende das Auftreten des neuartigen Coronavirus, das die Wähler dazu motivierte, für die „Verlässlichkeit“ eines Amtsinhabers zu stimmen. Gewinner war jedenfalls die CSU und ihr Vorsitzender Markus Söder. In den großen Städten Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und Nürnberg gehen die CSU-Kandidaten als Führende in die Bürgermeister Stichwahlen.

Das nach den Umfragen erwartete Duell um Platz Eins zwischen CSU gegen Grünen jedenfalls blieb aus. In vielen Städten landeten die Grünen-Kandidaten eher abgeschlagen. 

… oder doch die Grünen?

Ganz anders sehen das – naturgemäß – die Grünen selbst. „Ganz klar ist, dass Grün in den nächsten sechs Jahren in den bayrischen Gemeinderäten, Stadträten und Kreistagen nicht mehr wegzudenken sein wird. Ohne uns wird nichts gehen“, sagte etwa Landeschefin Eva Lettenbauer am Montag in München. Der CSU stellte die Öko-Partei kein gutes Zeugnis aus. „Die CSU hat in allen Städten zum Teil deutlich verloren“, meinte dazu Parteichef Eike Hallitzky. Doch freilich kann man die grünen Niederlagen nicht komplett negieren. Die grüne Münchner Oberbürgermeister-Kandidatin Katrin Habenschaden unterlag etwa mit 20,7 Prozent nicht nur Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD), der auf 47,9 Prozent kam, sondern musste sich auch Kristina Frank (CSU) geschlagen geben, mit 21,3 Prozent vorne lag und nun in zwei Wochen bei der Stichwahl antritt.

Umstrittenes Massen-Auszählen

Umstritten war die Wahl aufgrund der Corona-Krise. Vor allem, dass bei der Auszählung sehr viele Menschen eng zusammen arbeiten mussten, stößt bei vielen Beobachtern auf Unverständnis.