Ein aktueller „Wochenblick“-Bericht zur beunruhigenden Asyl-Entwicklung auf dem Balkan wird jetzt bestätigt: Laut Behördenberichten der Autobanpolizeiinspektion Ried gibt es am Zollamtsplatz Suben vermehrte Aufgriffe von illegalen Einwanderern. Auch Frontex-Chef Fabrice Leggeri stellt eine spürbare Zunahme illegaler Einreisen fest.

Während es monatelang ruhig blieb, gab es nun binnen einer Woche bereits den dritten alarmierenden Aufgriff unweit der deutsch-österreichischen Grenze entlang der A9. Die Vorfälle scheinen einen besorgniserregenden Trend zu bestätigen: Denn die Schlepper bedienen sich offenbar einer neuartigen Methode.

Illegales Besteigen von LKWs

Laut Medienberichten jubeln Schlepper ahnungslosen LKW-Fahrern vermehrt illegale Passagiere unter. Solche Fälle gab es in Oberösterreich vereinzelt bereits im Sommer 2017 („Wochenblick“ berichtete). Auf dem Balkan ermöglichen die Schlepper den illegalen Migranten oft das Besteigen des LKWs.

Solch ein Fall wurde sonntags wieder am Zollamtsplatz Suben enthüllt: Ein türkischer Lenker hatte dort Klopfzeichen bemerkt, rief die Polizei. Am Auflieger versteckte sich ein junger Pakistani. Nur zwei Tage zuvor wurden – wieder bei einem Türken – zwei Iraner als blinde Passagiere entdeckt. Auch sie hatten sich in Suben bemerkbar gemacht.

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Vermehrt Aufgriffe in Griechenland

Auch in der Türkei sowie in Griechenland wird eine deutliche Zunahme der Asyl-Einwanderung registriert. „Seit vier bis fünf Wochen kommen 17 Prozent mehr Menschen aus der Türkei auf den griechischen Inseln an“, bestätigt Fabrice Leggeri, Direktor der EU-Grenzschutzagentur „Frontex“ gegenüber der deutschen Zeitung „Bild am Sonntag“. Ursache dafür sei, dass wieder mehr Migranten aus dem Irak, dem Iran sowie Syrien in der Türkei ankommen würden.

Auch der „EU-Flüchtlingsdeal“ mit der Türkei, in dessen Rahmen Brüssel Milliardenbeträge an den Erdogan-Staat überweist, scheint an dieser Entwicklung wenig zu ändern. Bereits mehrfach hatte Erdogan gedroht, den illegalen Einwanderern wieder die ungehinderte Weiterreise Richtung EU zu ermöglichen.

florian klenk

„Fast ausschließlich junge Männer“

Während auf der Mittelmeer-Route zwischen Italien und Libyen offenbar ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, schnellt die Zahl der illegalen Einreisen in der westlichen Mittelmeerregion deutlich nach oben.

Auf der westlichen Mittelmeer-Route von Marokko nach Spanien versuchen zunehmend mehr Menschen, nach Europa zu gelangen. Zwischen 2016 und 2017 haben sich die Zahlen dort verdoppelt“, betont Leggeri. Pikant: Über diese Route würden fast ausschließlich junge Männer anreisen.

Boštjan Šefic 50.000 flüchtlinge asylwerber migranten balkan

Slowenische Regierung warnt

Der slowenische Staatssekretär des Inneren Boštjan Šefic warnte vor wenigen Tagen eindringlich, dass rund 50.000 Migranten auf den Zuzug über die Balkanroute in die EU warten. Die Regierungen zahlreicher Balkan-Staaten sind alarmiert. Kroatische Medien berufen sich zudem auf entsprechende UNHCR-Prognosen.

Bereits am 23. April soll Šefic laut Medienberichten angekündigt haben, dass sich 50.000 Migranten über den Balkan in Richtung EU bewegen würden. Das berichtet unter anderem das große slowenische Medien-Portal „Nova24 TV“Šefic betont, die dramatische Situation erfordere besondere Maßnahmen und Koordinierung zwischen den Herkunfts- und Migrationsländern.