Bereits im Sommer warnte die slowakische Polizei Österreichs Behörden vor dem 20-jährigen Albaner, der im Zuge des islamistischen Terroranschlags in Wien vier Menschen tötete und weitere 22 Personen durch Schüsse schwer verletzte – vergeblich. Mitte Juli versuchte er in der Slowakei Munition für seine Kalaschnikow zu kaufen.

Der slowakische Innenminister Roman Mikulec bestätigte im Gespräch mit dem slowakischen Fernsehsender „Joj“, dass der Islamist Mitte Juli in die Slowakei reiste, um dort Munition zu kaufen. Österreichs Polizei, die Innenminister Karl Nehammer unterstellt ist, war also bereits im Sommer darüber informiert, dass sich der verurteilte Terrorist mit Munition eindecken wollte.
Letztlich scheiterte der Kaufversuch in der Slowakei.

Mit Mutters Auto zum Munitionskauf

Die Wiener shoppen gerne in der Slowakei. Niedrige „Sprit“- und Zigarettenpreise locken zahlreiche Hauptstädter jedes Wochenende über die slowakische Grenze. So soll auch der Terrorist Mitte Juli gemeinsam mit einem mutmaßlichen Komplizen mit dem Auto seiner (kosovarischen) Mutter in das Nachbarland gefahren sein, um sich Patronen für seine AK-47 zuzulegen. Das berichtet die tschechische Zeitung Denik N. 

Kauf scheiterte – Österreichs Polizei informiert

Weil der Albaner, der eine nordmazedonisch-österreichische Doppelstaatsbürgerschaft besitzt, keinen Waffenschein hatte scheiterte der Kauf. Der Verkäufer kontaktierte die Polizei, weil ihm die beiden Jugendlichen verdächtig vorkamen. Die slowakische Polizei informierte daraufhin die österreichischen Kollegen. Die dürften jedoch nicht darauf reagiert haben, dass der der am 5. Dezember 2019 frühzeitig aus der Haft entlassene Islamist seine Kalaschnikow mit Munition ausstatten wollte. Wie der Terrorist letztlich dennoch an Patronen kam, ist derzeit noch nicht bekannt.

Frankreich-Terroristen kauften Waffen in der Slowakei

Es ist nicht das erste Mal, dass die Slowakei in Bezug auf Terroranschläge in Europa mediale Erwähnung findet. So stammten auch die Waffen jener islamistischer Terroristen die im Jänner 2015 die Redaktion der Satirezeitung Charlie Hebdo attackierten aus der Slowakei.