natascha strobl wien
Die vom ORF als "Experten" vorgestellten Personen gelten nicht selten als sehr umstritten. Ob ORF-Seher bald solch ein Fernsehbild erwarten dürfte, bleibt vorerst ungewiss – es kann aber nicht dezidiert ausgeschlossen werden.

In der aktuellen Debatte genießt sie volle Aufmerksamkeit: Mehreren einschlägigen Medien gilt Natascha Strobl als „Expertin“ zum Thema „Rechtsextremismus“. So befragt sie der „Standard“ als „Rechtsextremismus-Expertin“ in einem Interview zur FPÖ. Pikant: Wenige Tage zuvor veröffentlichte Strobl in dem vom deutschen Familienministerium als „teilweise linksextremistisch“ eingestuften, ehemaligen Parteiorgan des SED-Regimes „Neues Deutschland“ einen Kommentar. Indes interviewte auch der ORF-Sender „FM4“ Strobl – ohne kritische und differenzierte Einordnung – als „Rechtsextremismus-Expertin“.

Ein Kommentar von Willi Huber

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„Offensive gegen Österreich“

Die Polit-Aktivistin besitzt zugleich ein Naheverhältnis zur SPÖ, durfte im Rahmen einer Pressekonferenz der Partei als „Wissenschaftlerin“ auftreten. Weder SPÖ noch Mainstream-Medien gehen indes auf die einschlägige politische Vergangenheit Strobls ein: Noch vor wenigen Jahren engagierte sie sich in den stark umstrittenen, radikal linken Initiativen „NoWKR“ oder „Offensive gegen Rechts“.

Bei Demonstrationen dieser Gruppen kam es teils zu erheblichen Gewalttaten, die Polizei musste mehrfach einschreiten! Pikant: Als sich die „Offensive gegen Rechts“ auflöste, wurde deren Nachfolger mit dem Namen „Offensive gegen Österreich“ gegründet. Auch mehrfache Nachfrage – auch vom „Wochenblick“ – wollte sich Strobl indes bisher nicht klar von brutalen Ausschreitungen und Sachverletzungen distanzieren.

Wie der unabhängige „Verein Freunde der Tagespolitik“ enthüllte, feierte ein Facebook-Account mit dem Namen „Natascha Strobl“ 2014 unverhohlen ein Bild der massiven Gewalt gegen Burschenschafter als „Infotainment as its best“. Ob Strobl selbst hinter dem gewaltverherrlichenden Account steckte, ist derzeit ungewiss und Gegenstand von Recherchen:

ORF-Wolf: „Kluge politische Autorin“

Die als „Expertin“ und „Wissenschaftlerin“ getarnte Polit-Aktivistin zeigt indes auf Twitter und Facebook nicht nur ihre Vorliebe zu romantischen Film-Schmonzetten und radikal linken Netzwerken. Von sich offiziell „objektiv“ gebenden  Journalisten wird sie empfohlen oder wohlwollend genannt. So bezeichnet sie der umstrittene, durch Zwangsgebühren finanzierte ORF-Moderator Armin Wolf als „kluge politische Autorin“:

Strobl greift auf Progrom-Sprache zurück

Die für Wolf ungewöhnlich sensible Aussage, Strobl sei kein „politisches Talent“, bezieht sich auf ein Buchautogramm, das Strobl zugeordnet wird. „Im Zweifelsfall eignet sich dieses Buch zum Entglasen von Geschäften“, schrieb Strobl laut „Die Presse“ gemeinsam mit einem Co-Autor in den Umschlag ihres Buches „Die Identitären“. Das ist nicht nur die Sprache des Linksextremismus: Das Entglasen von Geschäften ethnischer Minderheiten gehörte auch zur gängigen Praxis der brutalen Diktaturen des 20. Jahrhunderts! Auch deshalb wenig überraschend: Das Buch hat Strobl im einschlägig linksradikalen „Unrast-Verlag“ veröffentlichen lassen.

Schon 1995 beurteilte das deutsche Bundesinnenministerium im Verfassungsschutzbericht diesen als „linksextremen Szene-Verlag“ – genannt wurde er unter dem Abschnitt „Sonstige militante Linksextremisten“. In der Selbstbeschreibung des „Unrast-Verlags“, in dem Strobl publiziert, ist unverhohlen von einem „politisch radikalen Buchverlag“ die Rede. Beim ORF darf Strobl trotzdem als „Expertin“ auftreten.

„Linksextreme Polithysterikerin“

Auch bei der FPÖ sorgen die stark umstrittene Zitierung von Strobl beim ORF für Unverständnis. „Mit David Albrich von der Linkswende – übrigens jene Gruppe, die für die gewaltbereiten WKR Ball Demos mitverantwortlich zeichnet – hat der ORF neben der ‚linksextremen Polithysterikerin‘ Natascha Strobl und der ehemaligen KPÖ-Kandidatin Judith Goetz bereits den dritten ‚Experten‘, der selbstverständlich ‚im politischen Souterrain zu verorten ist‘“, betont der FPÖ-Mediensprecher und Nationalratsabgeordnete Hans-Jürgen Jenewein.

„Expertin“ Strobl: Andersdenkende „Arschloch“

Ein Impfgegner soll laut Strobl unter Umständen „nicht an Gesellschaft partizipieren“ können, es handele sich um ein „egozentrisches, verzogenes Arschloch“:

Natascha Strobl

Auftritte bei linksradikalen Organisationen

Auch die Vortragstätigkeit von Strobl wirft ein eindeutiges Licht auf die selbsternannte „Wissenschaftlerin“, die mutmaßlich Politikwissenschaft und Skandinavistik studiert hat. Die stark umstrittene Autorin trat unter anderem im Rahmen einer von der „Interventionistischen Linken“ beworbenen Veranstaltung im bayerischen Aschaffenburg auf. Diese Organisation wird vom deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und verfolgt laut diesem das Ziel, die Gesellschaft zu radikalisieren.

Natascha Strobl

Strobl schweigt zu Vorwürfen

Auch in Freiburg zeigte die „Expertin“ keine Berührungsängste zu extremen Einstellungen. So trat sie dort laut Medienberichten 2016 im „adelante! Linkes Zentrum Freiburg“ auf. Vom Verfassungsschutz Baden-Württemberg wurde dieses als langjähriger „linksextremistischer Szenetreffpunkt“ bewertet.

Keine Distanzierung von kommunistischen Verbrechen

Der „Wochenblick“ wollte Strobl die Möglichkeit zu einer umfassenden Stellungnahme einräumen, stellte ihr Fragen zu den äußerst brisanten Vorwürfen. Doch die selbsternannte „Expertin“ schweigt bis heute (Stand 30.4.2019., 09.30 Uhr) eisern. Auch von den Verbrechen des Kommunismus wollte sie sich auf Anfrage nicht distanzieren!