Die Schließung der Schulen ist ein heißdiskutiertes Thema. Während Verfechter der Corona-Maßnahmen der Regierung diese für ausweglos halten, erinnern Kritiker aus allen Richtungen auf dessen Nebenwirkung. Von unklaren Betreuungssituationen über die Sorge, dass Kinder aus sozial schwachen Familien zurückbleiben bis him zum Ignorieren des Wunsches vieler Schüler, einfach ihre Freunde wiederzusehen, gibt es Einwände. Nun ließ die Regierung die Bombe platzen: Bis zu vier Wochen länger soll das so gehen. 

Eine solche Verlängerung steht übereinstimmenden Medienberichten zufolge im Raum. Zwar gibt man sich beim ÖVP-Bildungsministerium von Heinz Faßmann noch bedeckt – aber angesichts einer angeblich ansteckenderen britischen Virus-Mutation will man lieber vorsorglich die Kinder länger zuhause lassen. Die Frist mit Semesterende ist kurios: Denn dieses ist je nach Bundesland unterschiedlich. Diese beginnen in drei Tranchen am 1. (Wien, NÖ), 8. (Vbg., Bgld., Sbg., Tirol, Ktn.) und 15. Feber (OÖ, Stmk.). Kommt die Maßnahme gestaffelt, ist dies gerade für Eltern, die etwa ein Kind im Internat in einem anderen Bundesland haben, besonders schwierig zu bewältigen.

FFP2-Maskenpflicht für ungetestete Schüler

Bis Ende der Woche will Faßmann über das Öffnungsdatum Klarheit schaffen. Unabhängig vom Zeitpunkt kommen dann neue Einschränkungen für Schüler und Lehrpersonal. Denn in der umstrittenen Novelle zum „Eintrittstesten“ findet sich auch ein „freiwilliger“ Test – einmal pro Woche. Dass es mit der „Freiwilligkeit“ wieder einmal nicht so weit her ist zeigen die Konsequenzen für jene, die das nicht wollen.

Denn Ungetestete müsste dann nämlich den ganzen Tag – auch im Unterricht – FFP2-Masken tragen. Diese sichtbare Trennung in Schüler erster und zweiter Klasse dürfte nicht zuletzt zu sozialem Anpassungsdruck unter Klassenkameraden führen. Zudem gibt es bis heute Sorgen, dass das dauerhafte Tragen von Gesichtsmasken für Schüler sogar gefährlich sein könnte. Nicht ohne Grund liefen besorgte vor Weihnachten gegen eine Maskenpflicht Sturm.

Studien-Fehlinterpretation rechtfertigt Maßnahmen

Die Entscheidung zum längeren Schul-Lockdown kommt wohl nicht zufällig im Schlepptau einer neuen „Studie“. Das akademische Werk aus der Schweiz untersuchte die Wirkung mehrerer Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen – so zumindest der einhellige Tenor der Mainstream-Medien. Laut diesen zeigen die Studie, dass gerade Schulschließungen besonders effektiv gegen die Verbreitung des Coronavirus schützen würden. Einzig: Eine solche Behauptung trifft die Studie offenbar gar nicht.

Diese geht nämlich lediglich von der Hypothese aus, dass geringere Mobilität der Bürger zu weniger Erkrankungen führe. Das Datenmaterial ging daher auch nicht direkt auf Infektionszahlen ein – sondern erklärte nur, dass die Schließungen von Schulen, Restaurants und die Verbote von Treffen größerer Gruppen die Mobilität um über 20 Prozent senkten – no, na, net. Bis heute gibt es übrigens keinen Nachweis eines Corona-Clusters in Österreich, das sich maßgeblich auf Virenweitergabe in Schulen gründet.