In Gent kam es gegen zwei Uhr Nachmittag zu einem möglichen Terroranschlag. Eine Frau soll in der Einkaufsstraße Bevrijdingslaan mit einem Messer wahllos auf Passanten eingestochen haben. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Polizei brachte die Situation rasch unter Kontrolle und verwundete die Angreiferin durch Schüsse. Die Frau und ein möglicherweise an der Tat beteiligter Mann befinden in Haft.

Eines der Opfer erlitt einen Bauchstich, als die Täterin wie wild geworden mit dem Messer auf Passanten einstach.  Die Zeitung Het Laatste Nieuws (HLN) beschrieb die Angreiferin als „Frau mit dunkler Hautfarbe“. In den ersten Medienberichten wurde verlautbart, dass sich die Verletzungen für keines der Opfer als lebensbedrohlich erwiesen.

Neue Informationen: vier Opfer an zwei Orten

Nach neuesten Informationen handelte es sich aber um einen längeren Amoklauf als zunächst bekannt wurde. Auch die ursprünglich veröffentlichte Tatzeit dürfte falsch sein. Nach aktuellen Informationen von HLN stach die Frau gegen 15.55 in der Oranjeboomstraat auf ihren 26-jährigen Bruder ein. Um 16.05 wurde in der Korte Rijakkerstraat eine 37-jährige Frau attackiert. Ob auch diese mit der Täterin bekannt oder verwandt ist, ist ungeklärt. Die beiden Zufallsopfer in der Einkaufsstraße Bevrijdingslaan wurden gegen 16.15 angegriffen. Es handelte sich um einen 45-jährigen und einen 52-jährigen Mann. Laut Angaben von HLN schwebten zwei der Opfer am Sonntag noch in Lebensgefahr. Die Polizei entwaffnete die Täterin mit gezielten Schüssen auf die Hand. Sie befindet sich in Haft.

Staatsanwaltschaft dementiert Terror

Die Staatsanwaltschaft erklärte inzwischen, dass es noch keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gäbe. Zuvor hatte die britische Daily Mail berichtet, dass der Fall als möglicher Terroranschlag untersucht werde. Anders als in London ist man in Belgien zur Zeit sehr darum bemüht, dass keine Details über den Vorfall an die Öffentlichkeit dringen. Am Montag wurde dann bekannt, dass die Frau „Stimmen in ihrem Kopf gehört hätte“.