„Es ist nicht möglich, das Virus aufzuhalten“, musste der türkise Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag feststellen. Dabei haben doch er selbst, sein grüner Gesundheitsminister Rudi „Ratlos“ Anschober und ÖVP-Innenminister Karl Nehammer so konzentriert zugesehen. Doch all dieses genaue Beobachten hat am Ende scheinbar nichts genützt …

Ein Kommentar von René Rabeder

Während der Großteil der österreichischen Bevölkerung seit Wochen brav in den Ellenbogen hustet und sich die Hände viertelstündlich desinfiziert, um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus´(Covid-19) zu verhindern, hat unsere türkis-grüne Bundesregierung vor allem eines gemacht: zugesehen.
Während US-Präsident Trump bereits im Februar ein Einreiseverbot aus China verhängen lassen hatte, um sein Land vor einer Epidemie bestmöglich zu schützen, hat Gesundheitsminister Anschober zeitgleich einen fast ebenso genialen Plan ausgeheckt: Einen Zettel! Konkret handelte es sich um einen Fragebogen, der von Reisenden im Flieger aus China am Weg nach Österreich ausgefüllt werden sollte. Welches anständige Virus ließe sich davon denn nicht stoppen? Eben.

Wegsehen und dabei beobachten

Als dann auf der Skipiste im Tiroler Ischgl einigen Wintersportlern nicht mehr nur aufgrund der schönen Landschaft der Atem zu stocken begann, sondern sie an einer Corona-Infektion erkrankten, schaute die Regierung zwar weiterhin weg, beobachtete aber natürlich trotzdem noch sehr genau. Und als unser Nachbarland Italien dann vor wenigen Tagen komplett zusperren musste, schaute man immerhin auch hin. Was man vor lauter Beobachten ein bisschen vergessen zu haben scheint, ist, zu handeln. Jene Maßnahmen, die zu Beginn dieser Woche verkündet worden waren, wirken nun jedenfalls etwas chaotisch.

So bleiben ab dem kommenden Mittwoch auch für unter 14-jährige Schüler die Schulen geschlossen. Weil aber die Großeltern nicht auf die Kinder aufpassen dürfen, wird jenen Schülern, deren Eltern zur Arbeit müssen, ein Betreuungsplatz angeboten. Und zwar in der Schule. Also genau an jenem Ort, den sie nicht mehr besuchen sollen. Wie die Kinder dort hinkommen? Mit öffentlichen Verkehrsmitteln natürlich. Die fahren nämlich alle weiter. Genial.

Was, wenn das Virus zu schlau ist?

Wir müssen lernen, schneller zu denken als das Virus“, erklärte Anschober Ende Februar. Doch bislang scheint Corona der türkis-grünen Regierung durch clevere Manöver immer einen Schritt voraus zu sein. So darf man etwa aus Italien nicht mehr direkt nach Wien fliegen. Fliegt man aber beispielsweise von Rom nach Brüssel und von dort weiter nach Wien, wird man selbst dann nicht kontrolliert, wenn man im Fieberwahn an Bord des Flugzeuges seine aus Wuhan mitgebrachte Fledermaussuppe schlürft.

Auch wir Wähler beobachten genau

Beobachten Sie ruhig weiter, liebe Mitglieder der Bundesregierung. Wir Wähler beobachten auch. Und zwar ganz genau. Wir beobachten Ihre Unfähigkeit und Ihren absoluten Kontrollverlust. Wir beobachten, wie Müttern an den Supermarkt-Kassen Baby-Windeln abgenommen werden, weil diese plötzlich rationiert sind. Wir beobachten, wie Spitalsmitarbeiter Schutzmasken aus den Kliniken hamstern, damit wenigstens ihre Familien zuhause halbwegs geschützt sind. Wir beobachten unsere Polizisten, die plötzlich nicht mehr in den wohlverdienten Urlaub dürfen. Wir beobachten Schüler, Eltern und Lehrer, die keine Ahnung haben, was sie tun sollen. Wir beobachten leere Stadien, an denen volle U-Bahnen vorbeifahren.

Und wir fragen uns alle, wie lange wir dabei noch zusehen müssen. Gegen das Coronavirus wird es früher oder später ein Medikament geben. Gegen unfähige Politiker gibt es das bereits. Ein Kugelschreiber im nächsten Wahllokal reicht.