Ein ORF-ZiB-Bericht vom 11. Februar 2017 lässt aufhorchen. Asylwerber machen oft falsche Altersangaben, da sie davon im Verfahren einen Vorteil haben. Im letzten Jahr wurden in Österreich 4.551 Asylanträge von Personen gestellt, die behaupteten, unbegleitete Minderjährige zu sein, berichtete der ORF.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Vielfach seien aber Altersüberprüfungen erforderlich, heißt es – erstaunlich ehrlich – in dem als regierungsnah geltendem ORF-Format. Oft stelle sich dann heraus, dass die Angaben falsch waren. Kostenpunkt der Überprüfungen für 2016: knapp 3 Millionen Euro.

Vorteile im Verfahren, bessere Sozialleistungen

Im Vorjahr musste laut ORF-Bericht bei über 3000 vorgeblich unbegleiteten Minderjährigen überprüft werden, ob sie wirklich minderjährig sind. Warum Zweifel bezüglich des Alters dieser „Jugendlichen“ aufkamen, wurde nicht angegeben. Es dürfte jedenfalls ziemlich offensichtlich gewesen sein, dass ihre Behauptungen nicht stimmten. Wie der ORF es ausdrückte – waren 41% der Überprüften laut Untersuchungen tatsächlich bereits volljährig.

Versteckte Beratung im Hintergrund

Anders ausgedrückt: fast die Hälfte wollte sich über falsche Angaben Vorteile aus unserem Sozialsystem erschleichen. Das macht auch deutlich, dass diese Asylwerber gut beraten, bzw. informiert werden: in jedem Fall ist es einen Versuch wert.

Natürlich gibt es Kritik an der Altersüberprüfung. Weil sie angeblich ungenau sei. Dem widerspricht der Gerichtsmediziner Thorsten Schwark, im ORF-Interview: es gebe eine Bandbreite in der Entwicklung, die auch berücksichtigt werde. Sie liegt zwischen einem halben und zwei Jahren nach oben und unten. Da in den Gutachten aber ohnehin immer das Mindestalter festgestellt wird, wäre das sogar im Sinne des Geschätzten.

Enorme Einsparungen durch Altersüberprüfungen

Festgestellt wird das Alter von vorgeblich Minderjährigen im Grazer Ludwig-Boltzmann-Institut. Dabei werden Weisheitszähne, das Schlüsselbein und die Wachstumsfugen der linken Hand betrachtet. Eine Überprüfung kostet im Schnitt 870 Euro.

In Summe dürfte sich diese Investition aber immer noch rechnen, verglichen mit den Mehrkosten, die für unbegleitet Minderjährige – oft über Jahre – anfallen.

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