Die britische Zeitung „Independent in Arabic“ berichtete bereits am 24. Juni unter Berufung auf Geheimdienstkreise eine schockierende Begebenheit. So soll der Iran im Jahr 2018 eine halbe Tonne hochexplosiven Sprengstoffs in Diplomatengepäck nach Wien geschickt haben. Brisant: Der Transport erfolgte an Bord einer Linienmaschine der Austrian Airlines und gefährdete hunderte Menschenleben.

An Bord des Fluges OS872 der Austrian Airlines von Teheran nach Wien befanden sich 240 Passagiere. Im Rumpf der Maschine, in Diplomatengepäck versteckt, sollen sich rund 500 Kilogramm des hochexplosiven Sprengstoffs TATP befunden haben.

Iranischer Geheimagent aus Wien

Laut Jerusalem Post erfolgte der Weitertransport nach Paris in einem Privatauto, welches von Belgiern iranischer Herkunft gesteuert wurde. Der französische Geheimdienst habe das Fahrzeug stoppen, die Insassen verhaften und den Sprengstoff sicherstellen können. Ermittlungen hätten ergeben, dass damit die Durchführung eines Terroranschlages in Paris geplant war. Das Attentat hätte von einem iranischen Geheimagenten durchgeführt werden sollen, der seit 2014 in der iranischen Botschaft in Wien arbeitete.

Die westlichen Geheimdienstkreise, welche den Vorfall nun inmitten der Spannungen zwischen den USA und dem Iran öffentlich machten, betonen, dass der Sprengmitteltransport in Diplomatengepäck gegen alle internationalen Regeln und Verträge verstoßen würde. Es habe durchaus die Gefahr einer Explosion bestanden. So ist 2015 ein russisches Flugzeug, Flug 7K9268, aufgrund eines halben Kilogramms TNT an Bord kurz nach dem Start in Sharm el-Sheikh, Ägypten explodiert. 244 Menschen kamen dabei ums Leben. Damals übernahm der IS die Verantwortung für den Terroranschlag, welchen sie mit Plastiksprengstoff in einer Getränkedose durchgeführt haben wollen.

Sprengstoff, Waffen und Raketen

Die Jerusalem Post zitierte die Geheimdienstquelle dahingehend weiter, dass der Iran dafür bekannt wäre, die zivile Luftfahrt für den Transport von Sprengstoffen, Waffen und Raketen zu missbrauchen.

Gerücht, um Druck auf Österreich auszuüben?

Die österreichische Tageszeitung „Heute“ ermittelte am 27. Juni den Namen des mutmaßlichen iranischen Agenten. Ohne eine genaue Quelle bei Austrian Airlines zu nennen berichtet „Heute“, dass die AUA den angeblichen Vorfall für konstruiert hält. Der besagte Flug hätte an jenem Tag kein Diplomatengepäck transportiert, man schließe aus, dass Sprengstoff an Bord einer AUA-Maschine gelangen könne. Man gehe davon aus, dass mit diesem Gerücht Druck auf Österreich ausgeübt werden solle, um strengere Sanktionen gegen den Iran umzusetzen.

Berichte aus 2018

Im Gegensatz zu manchen Mainstream-Medien legen wir beim Wochenblick großen Wert auf genaue Recherche. Und siehe da, innerhalb weniger Minuten finden sich Berichte über den Vorfall aus 2018. Schon damals wurde öffentlich, dass als mutmaßlicher Haupttäter ein Diplomat der iranischen Botschaft in Wien verhaftet wurde. Ziel des Anschlages wäre damals ein großes Treffen von Exiliranern gewesen. 25.000 geflohene Kritiker des Regimes in Teheran hätten zusammenkommen sollen – möglichst viele davon wollte man offenkundig ermorden. Einzig über die Menge des Sprengstoffes herrscht Unklarheit. Beschlagnahmt wurden nämlich nur 500 Gramm. Da könnte bei der aktuellen Berichterstattung irgendwo ein Umrechnungsfehler vorliegen. Auch wäre die Verhaftung der Terroristen nicht durch den französischen Geheimdienst sondern durch die belgische Polizei in Brüssel erfolgt.