Mörder und Sexualstraftäter, denen Gutachter und ein Gericht eine besondere Gefährlichkeit attestiert haben, sollen in der deutschen Hauptstadt Berlin künftig auch im offenen Vollzug untergebracht werden und sich somit tagsüber frei bewegen können. Das teilte der grüne Justizsenator Dirk Behrendt diese Woche mit.  

In Berlin gibt es zurzeit 50 Sicherungsverwahrte, die ihre Strafe bereits abgesessen haben, jedoch laut Gutachtern aufgrund der Schwere ihrer Tat noch immer eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. Sie wohnen getrennt von den Strafgefangenen in einer Einrichtung auf dem Gelände der JVA Tegel und dürfen die Einrichtung im Regelfall nicht verlassen.

Schwerverbrecher im idyllischen Doppelhaus?

Nach Plänen des grünen Senators soll die Anstaltsleitung Sicherungsverwahrte, von denen sie annimmt, dass sie bald entlassen werden, künftig auch in den offenen Vollzug überführen können. Laut einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ soll dafür eine Doppelhaushälfte, in der früher Strafvollzugsbeamte gelebt hatten so umgebaut werden, dass Platz für acht bis zehn Sicherheitsverwahrte entsteht. Brisant: In der Nachbarschaft befinden sich laut Justizverwaltung auch normale Mietshäuser.

Auch CDU für Lockerung des Vollzugs

„Die Frage, wie wir mit schweren Straftätern umgehen, ist eine, die die Öffentlichkeit sehr bewegt“, sagte Behrendt. „Wir versuchen, das sensibel und rational zu erklären.“

Auch in der CDU ist man für eine Übergangsregelung, bei der zunächst mit weiteren Vollzugslockerungen die Zuverlässigkeit festgestellt werde, sagte der rechtspolitische Sprecher der CDU, Sven Rissmann.