Weil in Berlin-Spandau die Beerdigung eines Geschäftsmannes stattfand, zu dessen Bekannten auch Personen aus dem Clan-Milieu gehörten, sperrte die Polizei gleich eine Straße.

In Zeiten von Corona ist der Alltag streng reglementiert. Dies gilt vor allem auch für Veranstaltungen wie Feiern, Hochzeiten und auch Beerdigungen. Hygienekonzepte müssen erarbeitet, womöglich auch Anwesenheitslisten geführt und keinesfalls darf die zulässige Personenhöchstzahl überschritten werden, denn sonst gibt es Ärger mit dem Staat und seinen Organen und es drohen Strafen. Das gilt zumindest für den normalen Bürger. In anderen Fällen ist der Amtsschimmel sehr zahm. So etwa bei der Beerdigung eines Geschäftsmannes auf dem Landschaftsfriedhof in Gatow in Berlin Spandau.

Polizei sperrt gleich Bundesstraße

Da dieser einen großen Freundes- und Bekanntenkreis hatte – wovon einige dem Clan-Milieu zuzurechnen sind, und man offenbar keine Umstände machen wollte, wurde großzügig über Regeln hinweggesehen. Da die Polizei davon ausging, dass bei der Beerdigung die aus Infektionsschutzgründen erlaubte Zahl von 50 Teilnehmern überschritten werden würde, war sie ebenfalls vor Ort. Dabei sperrte sie auch gleich die Potsdamer Chaussee in Spandau in beiden Richtungen ab, und sorgte dadurch für massive Verkehrsbehinderungen. Es entstanden lange Staus und selbst Buslinien mussten umgeleitet werden. In sozialen Medien machten viele Menschen ihrem Ärger Luft, dass für eine Beerdigung eine Bundesstraße gesperrt wurde. Wie viele Personen auf Beerdigung waren ist nicht bekannt.